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Politik Sexismus-Skandal: Politiker fliegt nach Tweet über Sawsan Chebli aus ÖVP
Nachrichten Politik Sexismus-Skandal: Politiker fliegt nach Tweet über Sawsan Chebli aus ÖVP
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16:44 04.09.2018
Efgani Dönmez wurde seine Aussage auf Twitter zum Verhängnis. Quelle: imago/Eibner Europa
Wien

Ein Politiker aus Österreich ist aus der konservativen ÖVP-Parlamentsfraktion ausgeschlossen worden, weil er eine Staatssekretärin im Berliner Senat sexistisch beleidigt hat. Der ÖVP-Abgeordnete Efgani Dönmez hatte am Samstag auf die Frage eines Twitter-Nutzers, wie die Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement, Sawsan Chebli (SPD), zu ihrem Amt gekommen sei, geschrieben: „Schau dir mal ihre Knie an, vielleicht findest du da eine Antwort.“

Österreichs Bundeskanzler und ÖVP-Vorsitzender Sebastian Kurz sowie Fraktionschef August Wöginger erklärten dazu am Montag in einer Mitteilung, dass Dönmez aus der Parlamentsfraktion ausgeschlossen wird.

Dönmez Äußerungen hatten in den vergangenen Tagen vor allem online für Empörung gesorgt. Am Montag legte ihm die deutsche Justizministerin Katarina Barley (SPD) in der „Süddeutschen Zeitung“ nahe, sein Mandat niederzulegen. „Die Äußerungen des ÖVP-Nationalratsabgeordneten gegenüber Sawsan Chebli sind widerlich und sexistisch“, sagte Barley. „Solche Diffamierungen durch einen gewählten Abgeordneten dürfen nicht folgenlos bleiben.“

Erklärungsnot für Dönmez

Dönmez hatte sich am Sonntag via Twitter entschuldigt: „Aufgrund der ausgelösten Diskussionen sehe ich im Nachhinein, dass ich Frau Chebli herabgewürdigt habe. Das war ein Moment der Schwäche, absolut falsch von mir und dafür entschuldige mich bei ihr aufrichtig und bei allen, die sich dadurch verletzt fühlen.“

Nun meldete er sich in einem ausführlichen Blogbeitrag zu Wort. Hierbei räumte der Österreicher die unpassende Wortwahl ein, da sie zweideutig aufgefasst werden könne. Allerdings: Oft stecke der Fehler auch im Auge des Betrachters, behauptet Dönmez. Er bekräftigt, dass seine Aussage nicht auf „sexuelle oder sexistische Inhalte bezogen“ gewesen sei.

Dem „Kurier“ sagte Dönmez am Montag, dass er sein Mandat behalten und als fraktionsloser Abgeordneter im Parlament bleiben wolle. Dönmez ist erst seit Herbst 2017 Abgeordneter.

Von RND/dpa