Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Caritas-Friedensaktivistin spurlos verschwunden
Nachrichten Politik Caritas-Friedensaktivistin spurlos verschwunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:29 14.05.2018
Caritas international setzen sich mit unterschiedlichen Projekten für den Friedensprozess in Kolumbien ein. In den vergangenen Monaten gab es vermehrt Übergriffe auf die Aktivisten. Quelle: dpa
Anzeige
Freiburg

Die Serie von Verbrechen gegen Friedensaktivisten in Kolumbien hält an: Eine Teilnehmerin, die für ein gemeinsames Projekt der Deutscher Botschaft, Europäischen Union und Caritas international im Südwesten Kolumbiens aktiv war, ist spurlos verschwunden. Die 36-Jährige aus der Provinz Putumayo, die sich in einem Verein für Gewaltopfer engagierte, war zuletzt von einer paramilitärischen Gruppierung bedroht worden, weshalb von einem Kapitalverbrechen ausgegangen wird.

„Es muss vom Schlimmsten ausgegangen werden“

Die Projektverantwortlichen appellieren in einem Brief an Staatsanwaltschaft und Politik, das Verschwinden schnellstmöglich aufzuklären. Erst im vergangenen Monat hatten deutsche und kolumbianische Mitarbeiter der Caritas sich mit der inzwischen verschwundenen Deyanira Guerrero und weiteren Begünstigten des Projektes in deren Heimatort getroffen.

„Es ist an Tragik kaum zu überbieten, dass ausgerechnet in einem Projekt, in dem es um den Schutz und die Stärkung von Frauen geht, eine der Teilnehmerinnen verschwunden ist und vom Schlimmsten ausgegangen werden muss. Damit zeigt sich einmal mehr, wie zerbrechlich der Friedensprozess in Kolumbien ist“, sagte etwa der Leiter von Caritas international, Oliver Müller.

Ende Mai wird der Nachfolger von Präsident Santos gewählt

„Die Sicherheitslage, gerade in ländlichen Gebieten, hat sich nach dem Friedensabkommen in Kolumbien zwar generell verbessert“, so Müller. „Doch engagierte Mitglieder der Zivilgesellschaft müssen trotzdem noch viel zu oft um ihr Leben fürchten.“ Das Machtvakuum, das die FARC-Guerilla hinterlassen habe, hätten längst andere Gruppen gefüllt. „Natürlich braucht es Zeit, um nach mehr als 50 Jahren einen anhaltenden Frieden zu schaffen. Aber das kann nur erreicht werden, wenn es der kommenden Regierung gelingt, die Sicherheit der zivilgesellschaftlichen Akteure zu erhöhen.“ Ende Mai wird in Kolumbien der Nachfolger von Präsident Juan Manuel Santos gewählt, der im Jahr 2016 den Friedensnobelpreis verliehen bekam.

Rund 60.000 Menschen gelten derzeit als vermisst

Seit Beginn des Jahres sind in Kolumbien Dutzende Menschen ermordet worden, die sich in ihren Regionen oder darüber hinaus für Frieden und Gerechtigkeit engagiert haben. Insgesamt kamen in dem mehr als 50 Jahre andauernden Konflikt in Kolumbien mehr als 250.000 Menschen zu Tode. 60.000 Menschen gelten noch immer als verschwunden. Darüber hinaus wurde in den letzten Jahrzehnten sexuelle Gewalt gegen Frauen als Kriegstaktik eingesetzt und ist weiterhin ein massives Problem in dem südamerikanischen Land.

EU setzt sich für den Frieden in Kolumbien ein

Caritas international unterstützt kolumbianische Gewaltopfer seit vielen Jahren. Schwerpunkte der Hilfe sind die Versorgung von Bedürftigen mit Hilfsgütern, der Schutz der Zivilbevölkerung und die Sicherung ihrer Grundrechte sowie Projekte der Friedensförderung sowie der Aufbau von Strategien zur Konfliktlösung. Das vor kurzem gestartete mehrere Millionen Euro umfassende gemeinsame Projekt von EU, Deutscher Botschaft und Caritas international in der Region Putumayo zur Stärkung von Frauen und einem verbesserten Schutz vor Gewalt wird aus Mitteln des EU-Fonds für den Friedensprozess in Kolumbien finanziert.

Von RND/ots

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf dem FDP-Parteitag wollte Christian Lindner mithilfe einer Anekdote über Migranten auf ein Problem hinweisen. Nun wird ihm von vielen Seiten Rassismus vorgeworfen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner findet die Debatte allerdings überzogen.

14.05.2018

Mit unerwarteter Leidenschaft warnt John McCain vor der politischen Ausrichtung des Weißen Hauses. Der schwerkranke Senator spricht seinen Parteifreunden ins Gewissen, die America-First-Agenda von Donald Trump nicht länger mitzutragen.

14.05.2018

Am Montag eröffnen die USA ihre von Tel Aviv nach Jerusalem verlegte Botschaft. Israel erwartet eine hochrangige Delegation aus Washington – und massive Proteste der Palästinenser.

14.05.2018
Anzeige