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Politik Der große Tag der Annegret Kramp-Karrenbauer
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06:08 26.02.2018
„Angenehm überrascht“: Annegret Kramp-Karrenbauer trifft bislang in der Partei auf viel Wohlwollen. Quelle: imago stock&people
Berlin/Hannover

Wie weit tendiert sie nach links? Man sagt ja, sie sei sehr progressiv in der Sozialpolitik. Wie weit tendiert sie nach rechts? Sie soll ja bei innenpolitischen Fragen mitunter sehr konservativ sein. Gespannt verfolgen in diesen Tagen Beobachter innerhalb und außerhalb der CDU jedes Wort von Annegret Kramp-Karrenbauer, der designierten Generalsekretärin der CDU.

Die Saarländerin selbst entzog sich am Wochenende den Links-Rechts-Kategorien und setzte ein Signal ganz anderer Art, eins, das sich von oben nach unten vermittelt: Sie schlug das Übergangsgeld aus, das ihr als saarländische Ministerpräsidentin zustehen würde, wenn sie ins Amt der CDU-Generalsekretärin wechselt: „Ich verzichte auf das Übergangsgeld“, sagte die 55-Jährige der „Bild am Sonntag“. Zwei Jahre lang hätte ihr die Hälfte ihrer Bezüge zugestanden.

Der Eindruck ist: Hier bringt jemand Opfer

Mit diesem Hinweis vertieft „AKK“ den Eindruck: Hier kommt jemand, der Opfer bringt und Ungewissheiten in Kauf nimmt – um zu helfen, die CDU durch eine Phase der Ungewissheiten zu steuern.

Ob Journalisten, ob Ministerpräsidentenkollegen: Keiner hatte sich vorstellen können, dass jemand den gut gepolsterten Sessel eines Regierungschefs aufgibt, um in der CDU-Zentrale eine ungewisse Zukunft mitzugestalten. „Als ich das hörte, war ich überrascht“, sagt Armin Laschet, Regierungschef von Nordrhein-Westfalen, und fügt hinzu, „Angenehm überrascht.“

Um die Kinder kümmerte sich ihr Mann

Laschet, Chef des mächtigsten CDU-Landesverbandes, hatte für die Personalie Kramp-Karrenbauer schon vor geraumer Zeit grünes Licht gegeben. Auch in Niedersachsen und Hessen gingen nach Vorgesprächen die Daumen hoch: „AKK“ stößt niemanden ab, im Gegenteil. Die Saarländerin bietet eine neue Projektionsfläche, auf die alle Unzufriedenen in der Union ihre Hoffnungen werfen können.

Die Familien- und Sozialpolitiker in der CDU freut es, dass nun eine moderne Frau an der Spitze stehen wird, die die Probleme rund um Familie und Beruf aus eigener Anschauung kennt; um die drei Kinder kümmerte sich einst Kramp-Karrenbauers Ehemann Helmut, ein Bergbauingenieur. Die Konservativen in der Union wiederum erhoffen sich schärfere Konturen, wenn es ums Christliche geht.

„AKK“ mag es leise – und effizient

Was ist konservativ? Kramp-Karrenbauer geht gut vorbereitet in diese Debatte, sie bringt eigene Definitionen mit. In der inneren Sicherheit zum Beispiel könne es nicht darum gehen, wer die schrillsten und die schärfsten Forderungen aufstellt. Vielmehr müsse der Staat dadurch, dass er die geltenden Gesetze auch tatsächlich umsetzt, das Vertrauen der Bürger gewinnen. Nicht laut soll es also zugehen, sondern leise – aber eben effizient.

Als Tagesordungspunkt 13 steht beim CDU-Bundesparteitag „Wahl des Generalsekretärs der CDU Deutschlands“ auf dem Programm. Zum zweiten Mal in der Geschichte der Partei werden die 1001 Delegierten eine zuvor allseits unterschätzte Frau auf diese Position wählen. Zuletzt geschah das vor 20 Jahren, nach der für die CDU krachend verloren gegangenen Bundestagswahl. Gewählt wurde damals Angela Merkel.

Von Matthias Koch/RND

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