Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Bundeswehr wirbt erfolgreich auf YouTube
Nachrichten Politik Bundeswehr wirbt erfolgreich auf YouTube
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:51 04.12.2016
„Offenbar den Nerv getroffen“: Die Youtube-Serie „Die Rekruten“ zeigt Soldaten in der Grundausbildung. Quelle: dpa
Berlin

Seit Beginn der umstrittenen Serie „Die Rekruten“, mit der das Verteidigungsministerium bei YouTube um Nachwuchs wirbt, kommt die Bundeswehr auf eine zusätzliche sechsstellige Interessentenzahl auf ihrer Karrierewebseite. Rund 22 Millionen mal sind die Clips im Netz bereits geklickt worden. Weit über 62.000 Kommentare haben sie hervorgerufen. Mehrere Privatsender prüfen eine Übernahme für deren Programm.

„Mit der Serie über die Grundausbildung auf YouTube haben wir offenbar einen Nerv getroffen“, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Seit dem Start der Serie haben wir 40 Prozent mehr Zugriffe auf unsere Karriereseiten.“

Angesichts der öffentlich erhobenen Vorwürfe, mit der Serie würde eine verniedlichende Werbung für einen Beruf betrieben, bei dem es auch um Kriegseinsätze im Ausland geht, sagte die Ministerin: „Auch die Debatte rund um die Serie ist wichtig. Denn die Bundeswehr mit ihrem grundgesetzlichen Auftrag ist ein unverzichtbarer Teil dieser Gesellschaft.“

Ein Ministeriumssprecher wies gegenüber dem RND darauf hin, dass sich das Video „Erstkontakt Waffe“ aus der Rekruten-Serie „zum erfolgreichsten Video der Bundeswehr“ entwickele. In dem Video geht es um den ersten dienstlichen Kontakt mit einer Waffe. Darin heißt es, wenn man „abkrümme“, also auf jemanden schieße, müsse man wissen: „Meistens ist der dann tot“.

Kein Beruf wie jeder andere: Die Bundeswehr wirbt im Netz um Nachwuchs. Quelle: dpa

Gerade weil der Soldatenberuf „kein Beruf wie jeder andere ist, müssen wir uns mehr als andere Arbeitgeber anstrengen, junge Menschen für eine Karriere in der Bundeswehr zu interessieren“, sagte Ursula von der Leyen. Man wolle und müsse sich deshalb auf Augenhöhe mit den Jugendlichen, der Zielgruppe für die Bundeswehr, begeben. Mit dieser neuen „Arbeitgeberstory“ wolle man auch zeigen, dass man weiterkomme, wenn man Verantwortung übernehme, sagte ein Ministeriumssprecher. Für die Jahre nach 2020 rechnet die Bundeswehr aufgrund des demografischen Knicks bei der Bevölkerungsentwicklung mit starken Problemen bei der Gewinnung von Rekruten und Fachleuten.

Momentan sind bis auf Spezialkräfte (Marine, Elitekämpfer, Luftwaffe, Cyber-Experten, Mediziner) keine großen Personallücken aufgetreten. Das dürfte sich in ein paar Jahren ändern, wenn die Babyboomer-Generation aus dem Rekrutenalter herausgewachsen ist. Für die Verteidigungsministerin ist das Anlass, um auch bisherige Hürden abzuräumen. Junge Menschen hätten auch Stärken, selbst ohne fertigen Schulabschluss, lautet eine der Begründungen für den neuen Weg. Um Spezialposten besetzen zu können wolle man eventuell auch EU-Ausländer uniformieren.

Von RND/Dieter Wonka

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vor dem Parteitag in Essen macht die Union die Asylpolitik zum zentralen Thema. Die CDU will damit offene Lücken schließen und Zusammenhalt demonstrieren. Eine aktuelle Umfrage stärkt Kanzlerin Angela Merkel.

04.12.2016
Politik Leitartikel zur Österreich-Wahl - Ein Signal der Hoffnung für ganz Europa

Österreich ist kein großer EU-Staat – er hat halb so viele Einwohner wie Nordrhein-Westfalen. Und doch haben die österreichischen Wähler etwas Großes bewirkt: Europa schöpft mitten in einer dunklen Zeit wieder neue Hoffnung. Ein Leitartikel.

04.12.2016
Politik Hochrechnung in Österreich - Van der Bellen gewinnt Präsidentenwahl

Europa atmet auf: Alexander Van der Bellen hat die Präsidentenwahl in Österreich gewonnen und somit verhindert, dass ein EU-Kritiker an die Spitze des Staates rückt. Konkurrent Hofer hat die Niederlage eingestanden.

04.12.2016