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Politik Bundesanwalt: Deutsche Botschaft war das Ziel
Nachrichten Politik Bundesanwalt: Deutsche Botschaft war das Ziel
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16:28 09.06.2017
Die gewaltige Explosion zerstörte große Teile des Gebäudes. Quelle: dpa
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Berlin

Von der deutschen Botschaft ist nur noch eine Ruine übrig: Die gewaltige Explosion zerstörte große Teile des Gebäudes. Nun erklärte am Freitag Martin Schäfer, Sprecher des Auswärtigen Amts, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen aufgenommen hat. Die Karlsruher Behörde ermittelt bei Anschlägen im Ausland normalerweise nur, wenn Deutschland direkt davon betroffen ist.

Ob der Angriff jedoch dezidiert deutschen Diplomaten galt, ist nach wie vor unklar. Schäfer wollte entsprechende Vermutungen zu den laufenden Ermittlungen nicht kommentieren. „Ich glaube, es ist nicht opportun, diesen Ermittlungen in irgendeiner Weise öffentlich vorzugreifen.“ Bei der Bundesanwaltschaft war dazu zunächst niemand zu erreichen. Schäfer kündigte an, dass bald ein deutsches Expertenteam nach Kabul geschickt werde, um die Ermittlungen zu unterstützen.

Aufmerksamer Wachmann ließ den Laster nicht aufs Gelände

Am 31. Mai hatte ein Attentäter eine 1000 Kilogramm schwere Sprengladung in einem Tanklaster gezündet. Das Hauptgebäude der deutsche Botschaft wurde durch die verheerende Explosion weitgehend zerstört.

Wie der „Focus“ berichtet, sei es nur der Aufmerksamkeit eines Wachmann zu verdanken, dass die deutschen Diplomaten lediglich durch splitternde Fensterscheiben Schnittwunden erlitten. Der Wachmann habe am Morgen einen Tanklaster angehalten, der sich unangekündigten Zugang zur Botschaft verschaffen wollte. Dieser wurde dem Fahrer jedoch verweigert. Nicht viel später zündete der Attentäter die Sprengladung etwa 50 Meter vor der Einfahrt.

Das Gebäude war jedoch bereits mehrere Wochen vor dem Anschlag wegen seiner exponierten Lage aus Sicherheitsgründen geräumt worden. Die Botschaft war in Wohngebäude auf dem stark abgesicherten Gelände gezogen. Derzeit ist nur noch ein kleines Kernteam der Botschaft in Kabul, vor dem Anschlag waren 100 Mitarbeiter dort.

Von RND/dpa

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