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08:47 21.10.2016
Wenn Blicke...: Donald Trump beobachtet, wie seine Kontrahentin Hillary Clinton von Kardinal Timothy Dolan, dem Erzbischof von New York, begrüßt wird. Quelle: AFP
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New York

Donald Trump und Hillary Clinton haben sich in einer humoristischen Wahlkampfpause in New York gegenseitig verbal aufs Korn genommen. Bei einem traditionellen Benefiz-Dinner, ausgerichtet von der New Yorker Alfred-E.-Smith-Memorial-Foundation zugunsten katholischer Kindereinrichtungen, ging Donald Trump in seiner mit Seitenhieben gespickten Tischrede dem Publikum phasenweise zu weit.

Geht doch. Beim TV-Duell reichten sich die Kontrahenten nicht die Hand, beim Gala-Dinner in New York dann sehr wohl. Eine große Liebe wird aber wohl nicht mehr zwischen Hillary Clinton und Donald Trump entstehen. Quelle: afp

„Sie ist korrupt, sie wurde sogar aus dem Watergate-Untersuchungsausschuss geworfen“, sagte Trump in Anspielung auf eine seit langer Zeit kursierende, aber nie bestätigte Verschwörungstheorie. Die Quittung waren Buhrufe der Bankett-Gäste. US-Beobachter konnten sich nicht erinnern, dass jemals zuvor ein Redner bei der Traditionsveranstaltung ausgebuht wurde.

Trump vergleicht sich mit Jesus

Trump und Clinton saßen bei dem Abendessen im noblen Waldorf Astoria-Hotel knapp nebeneinander, nur getrennt durch den Erzbischof von New York, Kardinal Timothy Dolan, und wechselten auch ein paar Worte miteinander.

Sie lacht, er schaut ganz schön grimmig: Wieder einmal ist Hillary Clinton aus einem direkten Duell als Siegerin hervorgegangen. Quelle: afp

Gleich zu Beginn seiner Tischrede verglich sich der republikanische Präsidentschaftskandidat mit Jesus. Auch er sei „nur ein einfacher Zimmermann, der für seinen Vater gearbeitet habe“, sagte er. Doch rasch kamen die Angriffe auf seine Konkurrentin – Clinton sei eine versteckte Katholiken-Hasserin, sagte Trump. Er verstehe nicht, wie jemand, der so korrupt sei, sich für das höchste Amt im Staat bewerben könne.

Die meisten Lacher konnte Trump auf seine Seite ziehen, als er einen Witz auf Kosten seiner Frau Melania machte: „Michelle Obama hielt eine Rede und alle sagten, die sei großartig“, sagte Trump. „Melania hielt exakt die selbe Rede, und wird kritisiert. Ich verstehe es nicht“, sagte er in Anspielung auf die Parteitagsrede seiner Frau, die in Teilen ein Plagiat war.

Hillary Clinton übt sich in Selbstironie

Clinton hielt sich mehr zurück und übte sich in Selbstironie. „Das ist hier ein Geschenk für Sie – normalerweise nehme ich viel Geld für solche Reden“, sagte sie eingangs ans Publikum gerichtet, den Vorwurf ihrer Kritiker, sie lasse sich von Wall-Street-Bossen für Reden bezahlen, aufs Korn nehmend. „Ich sage immer, was die Leute hören wollen“, betonte sie und schickte hinterher: „Diese Wahl wird sehr bald vorüber sein.“

Auch die nahm ihren Konkurrenten aufs Korn – Trump übersetze auf seinen Telepromptern „aus dem russischen Original“. Auch Trumps Aussagen über Frauen brachte sie ins Spiel: Für die meisten US-Amerikaner sei die Freiheitsstatue in New York ein Symbol der Hoffnung und ein Willkommensgruß an Einwanderer. Trump hingegen sehe in Lady Liberty eine Vier auf der Attraktivitäts-Skala. „Vielleicht eine Fünf, wenn sie die Fackel und Tafel loswird und sich eine neue Frisur zulegt.“

Von RND/dpa

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