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Politik Ab nach Frankfurt? Bundesregierung wirbt bei Brexit-Banken für Mainmetropole
Nachrichten Politik Ab nach Frankfurt? Bundesregierung wirbt bei Brexit-Banken für Mainmetropole
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12:33 16.04.2019
Ein Hoch auf Frankfurt? Die Mainmetropole könnte zum großen Profiteur des Brexit-Dramas werden. Quelle: Boris Roessler/dpa
Berlin

Noch ist unklar, ob, wann und wie Großbritannien aus der EU austreten wird. Doch mit jedem Fristaufschub dürfte die Ungewissheit auf dem Londoner Finanzplatz zunehmen. Die Bundesregierung präsentiert sich dort seit geraumer Zeit als Garant für Verlässlichkeit und gute Zukunftsaussichten.

Mitarbeiter von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) reisten nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) im Laufe des zurückliegenden Jahres mehrfach nach London, um dort ansässige Vertreter von Banken, Investmentfonds und Kreditkartenunternehmen von den Vorzügen des Finanzplatzes Frankfurt am Main zu überzeugen.

Finanzministerium listet rund 40 Finanzinstitute auf

In einer Antwort auf eine Schriftliche Frage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Danyal Bayaz listet das Bundesfinanzministerium eine Vielzahl ausländischer Finanzdienstleister mit Sitz in London auf, mit denen „Vertreterinnen und Vertreter der Leitungsebene des Bundesfinanzministeriums“ seit März 2018 Gespräche über den Brexit und dessen Folgen geführt haben.

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Zu den rund 40 gelisteten Instituten zählen die US-Unternehmen American Express, Blackrock, JP Morgan und Visa sowie chinesische Anbieter wie etwa die Bank of China und die China Construction Bank. Auch europäische Großbanken wie die italienische UniCredit, die französische BNP Paribas und die britische HSBC sind darunter.

Darüber hinaus hätten deutsche Regierungsvertreter auch am Rande von Festakten und Vorträgen Gespräche geführt; allerdings „ließe sich vielfach nicht mehr rekonstruieren, welche Personen konkret teilgenommen haben und welche Gespräche anlässlich dieser Veranstaltungen im Einzelnen geführt worden sind“, schreibt das Bundesfinanzministerium. Auch zum Erfolg der Gespräche macht das Ministerium keine Angaben, „genaue Informationen zu Standortentscheidungen von einzelnen Unternehmen“ lägen ihm nicht vor.

Frankfurt führt gegenüber Paris, Dublin und Amsterdam

Aus einer Analyse der Landesbank Hessen-Thüringen geht hervor, dass sich im Herbst vergangenen Jahres mehr als 25 Banken für einen Umzug in die Mainmetropole entschieden hatten, darunter die US-Institute Barclays, Goldman Sachs, Citigroup und Morgan Stanley sowie die koreanische Woori Bank und die japanische Holding Nomura. Zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Finanzdienstleister, die nach Frankfurt übersiedeln wollen, über der Anzahl jener Institute, die den konkurrierenden Finanzplätzen Paris, Dublin, Luxemburg und Amsterdam den Vorzug geben.

Der Grünen-Finanzexperte Bayaz führt das nicht auf die Bemühungen der Bundesregierung zurück. „Frankfurt ist als globaler Finanzstandort anerkannt. Deswegen war die Standortentscheidung für einige Banken gesetzt“, sagte er dem RND. Bayaz wirft Finanzminister Scholz allerdings vor, nicht energisch genug für Frankfurt zu werben.

Grünen-Politiker Bayaz wirft Scholz falsche Prioritäten vor

„Die Regierungen von Frankreich oder den Niederlanden haben sehr viel aktiver und intelligenter um die Gunst der sogenannten Brexit-Banken geworben. Olaf Scholz hat sich stattdessen auf die Schaffung einer nationalen Großbank konzentriert“, sagt Bayaz und deutet damit die vom SPD-Minister favorisierte Bankenfusion von Deutscher Bank und Commerzbank an. „Diese Prioritätensetzung rächt sich und kostet die Bundesrepublik Arbeitsplätze. Dem Finanzplatz hat Olaf Scholz damit keinen Gefallen getan“, beklagt Bayaz.

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Von Marina Kormbaki/RND

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