Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Berliner SPD will Feministen-Pornos bei ARD und ZDF
Nachrichten Politik Berliner SPD will Feministen-Pornos bei ARD und ZDF
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:16 07.06.2018
Szene aus der schwedischen Episoden-Produktion Dirty Diaries aus dem Jahre 2009. Quelle: Njutafilms
Berlin

Zuerst hatte die Bild-Zeitung über den Antrag berichtet. Gibt es bald feministische Pornos in der ARD- und ZDF-Mediathek? Wenn es nach dem Willen der Berliner Sozialdemokraten geht, ja. Die haben auf ihrem Landesparteitag Anfang Juni einen entsprechenden Antrag ihrer Nachwuchsorganisation Jusos verabschiedet. Die Jusos fordern darin eine TV-Serie nach dem Vorbild der schwedischen „Dirty Diaries“, die in dem skandinavischen Land 2009 mit rund 50.000 Euro gefördert worden waren.

Unrealistische Vorstellungen zum Start in Sexualleben

In der Antrags-Begründung heißt es unter anderem: „Mainstream-Pornos zeigen in der Regel sexistische und rassistische Stereotype, in denen Konsens kein Thema ist und die einen bestimmten, ,optimalen’ Körpertyp zum Standard erheben. In diesen Filmen wirkt Sex eher wie eine Performance oder Leistungssport ... Diese Darstellungsformen in Mainstream-Pornos können Konsumenten und Konsumentinnen in ihrer Sexualität und im Menschenbild nachhaltig beeinflussen. Auch Jugendliche starten damit viel zu oft mit völlig unrealistischen Vorstellungen in ihr Sexualleben und haben nicht die Möglichkeit ein selbstbewusstes Verhältnis zu sich, ihrem Körper, ihrer Sexualität und Gesundheit zu entwickeln.“

In Schweden habe man, so heißt es in dem Antrag WV60/II/2017, dieses Problem mit der Produktion der „Dirty Diaries“ in Angriff genommen. „Die ,Dirty Diaries’ sind eine feministische Pornosammlung, die 2009 vom staatlichen Schwedischen Filminstitut finanziert wurden und fernab vom standardisierten Mainstream-Porno Menschen und Sexualität in all ihrer Vielfalt zeigt.“

Das Cover der DVD-Sammlung Dirty Diaries, die aus zwölf Kurzfilmen besteht. Quelle: Njutafilms

Was ist eigentlich ein feministischer Porno?

Der Antrag der Jusos, der bereits 2017 auf dem Parteitag gestellt wurde, dort aber keine Mehrheit fand, definiert dessen Bestandteile folgendermaßen: Regisseurinnen und Produzentinnen, die die Vielfalt der Gesellschaft abbilden, gute und gerechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung, die Darstellung von Vielfalt an Körperformen, Geschlechtern, ethnischer Herkunft, Sexualität und Sexualpraktiken. Die realistische Darstellung von Lust aller Beteiligten, Verhütung (wenn nicht, dann nur im (dokumentierten) Konsens), die explizite Darstellung von Konsens und Kommunikation.

Diese Produktionen sollten als Sexualbildung angesehen werden und sollten über die Landes- und Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und über die Mediathek von ARD und ZDF angeboten werden, heißt es weiter in dem Antrag. Dafür müsse „die Altersfreigabe für Pornografie überprüft und ggf. heruntergesetzt werden“.

Ob dieser Antrag auch die nächste Hürde nimmt, muss der kommende SPD-Bundesparteitag entscheiden.

Von RND/dk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach einem Medienbeicht muss das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erfahrene Mitarbeiter entlassen. Grund dafür sind Vorgaben des Bundes, die eine Entfristung der Mitarbeiter nicht vorsieht. Jetzt muss neu ausgeschrieben werden.

07.06.2018

Die Negativschlagzeilen um das Bremer Bundesamt für Migration und Flüchtlinge reißen nicht ab. Die Behörde soll kräftig manipuliert und Rumänen zu Syrern getrickst haben. So sollten die Asylbewerber Zugang zu Sozialleistungen bekommen.

07.06.2018

Im Bamf türmte sich 2017 ein Berg von Überstunden auf. Die Mitarbeiter mussten diese allesamt ableisten. Die Linkspartei übt nun scharfe Kritik an den Zuständen. Denn die tarifliche Obergrenze wurde weit überschritten.

07.06.2018