Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Bericht: Atom-Rückstellungen wohl zu knapp
Nachrichten Politik Bericht: Atom-Rückstellungen wohl zu knapp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:41 11.09.2015
Die Rückstellung zur Finanzierung des Atomausstiegs sind vermutlich zu knapp bemessen. Quelle: Julian Stratenschulte
Düsseldorf/Berlin

Zur Finanzierung des Atomausstiegs müssen die vier Kernkraftwerks-Betreiber in Deutschland bei ihren Rückstellungen einem Bericht zufolge voraussichtlich noch einmal deutlich drauflegen.

Nach Informationen des "Handelsblatts" werfen vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragte "Stresstests" die Frage auf, ob die bisher eingerichteten Bilanzposten für den Rückbau der Meiler von insgesamt 39 Milliarden Euro ein realistisches Zinsniveau berücksichtigen. Eon-Chef Johannes Teyssen sprach in einem Interview der Zeitung indes von "Taschenspielereien".

Eon lege sehr strenge Grundsätze an. Die Wirtschaftsprüfer, die die Rückstellungen Jahr für Jahr testierten, arbeiteten sehr genau. Die Zahlen seien auch angesichts der derzeitigen Niedrigzins-Phase nicht leichtfertig. "Wir halten uns an die Bilanzregeln", betonte Teyssen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte im Juni Experten mit den Stresstests beauftragt. Noch seien die Analysen der Prüfer nicht abgeschlossen, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin auf Anfrage: "Die Arbeiten der Gutachter dauern an, Ergebnisse liegen noch nicht vor. Diese erwarten wir im Herbst 2015."

Teyssen hält die bisherigen Atom-Rückstellungen für ausreichend. Das sieht der RWE-Konzern derzeit genauso. "Wir gehen davon aus, dass unsere Rückstellungen richtig und angemessen sind und erwarten, dass der Stresstest das auch bestätigen wird", betonte ein Sprecherin.

Hintergrund der Debatte sind Befürchtungen aus der Politik, dass die Unternehmen für künftige Zahlungsverpflichtungen unter anderem durch den kostspieligen Rückbau von Kernkraftwerken geringere Summen zurücklegen, als später tatsächlich anfallen. Die Differenz soll in der Zwischenzeit durch Zinserträge hereinkommen.

Dem "Handelsblatt" zufolge haben die Konzerne diese Rückstellungen derzeit mit Zinssätzen zwischen 4,0 und 4,7 Prozent in den Büchern. Angesichts der anhaltenden Niedrigzins-Phase stelle sich aber die Frage, ob Werte jenseits von 4 Prozent realistisch seien.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tausende Fernstraßenbrücken in Deutschland sind marode. Vor allem in den alten Ländern bröckelt die Substanz. Nun schießt Verkehrsminister Dobrindt mehr Geld zu. Die Opposition kritisiert: zu wenig.

11.09.2015

Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will nach einem Zeitungsbericht seine politische Karriere beenden. Der 68-Jährige werde bei der nächsten Bundestagswahl im Herbst 2017 nicht mehr kandidieren, berichtete die "Bild"-Zeitung.

11.09.2015

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff strebt eine aktivere Rolle in Gesellschaft und Öffentlichkeit an. Er wolle "weder Opfer noch Märtyrer sein, sondern wieder Akteur und Handelnder werden", sagte er in einem Interview mit dem Publizisten Manfred Bissinger.

11.09.2015