Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Barmer-Chef: Beiträge steigen nicht so stark wie befürchtet
Nachrichten Politik Barmer-Chef: Beiträge steigen nicht so stark wie befürchtet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:39 26.08.2016
Christoph Straub ist Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK. Quelle: Jens Büttner
Anzeige
Berlin

Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen steigen nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, Christoph Straub, vorerst nicht so stark wie befürchtet.

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) habe deshalb ihre Schätzungen für das Wahljahr 2017 "moderat nach unten korrigiert", sagte Straub der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir gehen heute davon aus, dass der Ausgabenanstieg in der GKV in diesem Jahr insgesamt "nur" noch 1,25 bis 1,26 Milliarden Euro betragen wird. Von Entwarnung kann aber kurz- und mittelfristig keine Rede sein. Allein im kommenden Jahr ist mit einem deutlichen Ausgabenschub in Höhe von 3,05 bis 3,06 Milliarden Euro zu rechnen", warnte Straub.

Für das Jahr 2017 würde das nach seinen Angaben wiederum bedeuten, dass die GKV eher durchschnittlich 0,1 Prozentpunkte mehr braucht, bisher war ein Anstieg von 0,2 Prozentpunkten prognostiziert worden. Aber es gelte weiterhin: Die Gesetze von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) werden künftig die Ausgaben spürbar stärker steigen lassen als die 0,2 Prozentpunkte.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete unterdessen, dass sich die Finanzlage der GKV zur Jahresmitte weiter verbessert habe. Die 118 Kassen verbuchten demnach Ende Juni einen Überschuss von 600 Millionen Euro. Das war eine Steigerung um fast 200 Millionen Euro gegenüber dem ersten Quartal, wie die Zeitung unter Berufung auf Daten der Krankenkassen schrieb. Mitte vorigen Jahres hatten sie noch einen Fehlbetrag von 491 Millionen Euro erwirtschaftet.

Grund für die Lagebesserung seien unter anderem die zu Jahresbeginn erhöhten Zusatzbeiträge. In den ersten sechs Monaten verbuchten demnach die Ersatzkassen mit 316 Millionen Euro den größten Überschuss. Die Rücklagen der Kassen dürften damit die Marke von 15 Milliarden Euro wieder überschritten haben. Zudem verfügte der Gesundheitsfonds, der die Beitragsgelder einsammelt und an die Kassen verteilt, zuletzt über eine Liquiditätsrücklage von rund 10 Milliarden Euro.

Die 1,5 Milliarden Euro starke Finanzspritze aus den Reserven des Gesundheitsfonds für die gesetzlichen Krankenkassen können nach Straubs Einschätzung trotz ausgabenintensiver Politik in der laufenden Legislaturperiode "eine Beitragsanpassung auf breiter Front" im kommenden Wahljahr verhindern.

Straub geht allerdings davon aus, dass es angesichts der angespannten Finanzlage einiger der heute knapp 120 Kassen zu weiteren Fusionen kommen werde. Allerdings sei mittlerweile die Zahl schon so weit geschrumpft, "dass es jetzt keine große Welle mehr sein wird".

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine große Mehrheit der Deutschen plädiert einer Umfrage zufolge für ein Verbot der Vollverschleierung in Deutschland. 81 Prozent sind dafür, muslimischen Frauen das Tragen von Vollschleiern wie Burka oder Nikab zumindest in Teilen der Öffentlichkeit zu untersagen.

26.08.2016

Der Streit um das Besuchsverbot für Abgeordnete am türkischen Stützpunkt Incirlik schwelt schon seit Juni. Für den Fall, dass die Bundeswehr deshalb abziehen sollte, schaut sie sich schon nach Ersatzorten um.

25.08.2016

Wenn der Staat schwarze Zahlen schreibt, kommt der Ruf nach Steuersenkungen schnell. Erst Recht, wenn ein Wahlkampf näher rückt. Wie die überschüssigen Milliarden am besten eingesetzt werden, ist umstritten - auch innerhalb der Parteien.

25.08.2016
Anzeige