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Politik Barbara Bush ist tot
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07:19 18.04.2018
Die frühere First Lady Barbara Bush ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Quelle: dpa
Washington

Parteiübergreifend genoss Barbara Bush Respekt und Sympathien. Die Familien Trump, Obama und Clinton meldeten sich am Dienstagabend zu Wort und würdigten die 92-Jährige als Fels einer Familie, die sich dem Dienst an der Nation verschrieben habe. Sie sei ein Beispiel für Demut und Anstand gewesen, was das Beste des amerikanischen Geists widerspiegele.

Am Dienstagabend verstarb die frühere First Lady. Sie wurde 92 Jahre alt.

Die rücksichtsvolle Wortwahl spiegelt allerdings nur einen Teil ihrer Persönlichkeit wider. In Erinnerung bleiben dürfte Bush ihren jüngeren Landsleuten vor allem mit ihrer teils harschen Kritik am Amtsinhaber, dem sie in aller Öffentlichkeit vorwarf, zu wenige Lösungen für die Krisen im Land anzubieten.

Sicherlich schwang dabei auch eine Portion Enttäuschung mit, da Trump ihren Sohn Jeb als Mitbewerber im Vorwahlkampf um das Präsidentenamt mit diversen Beleidigungen aus dem Rennen geworfen hatte.

„Es gab schon genug Bushs im Weißen Haus“

So mancher dürfte sich auch noch daran erinnern, wie reserviert Barbara Bush eben dieser Kandidatur entgegensah: „Es gab schon genug Bushs im Weißen Haus“, sagte die resolute Dame, als sie 2015 von den Ambitionen ihres Sohnes erfuhr. Dass sie sich später - als 90-Jährige - dennoch am Wahlkampf von Jeb Bush beteiligte, galt ihr als selbstverständlich.

Weitestgehend in Vergessenheit geraten sein dürfte dagegen ihr Engagement als First Lady: Während ihr Ehemann George als Präsident das Ende des Kalten Krieges einläutete, konzentrierte sie sich von 1989 bis 1993 auf die bedrückende soziale Lage daheim.

Am Herzen lag ihr insbesondere die Alphabetisierung von Erwachsenen. Sie beschrieb sie es mehrfach als einen Skandal, dass die reichste Volkswirtschaft der Welt über ein Heer von Landsleuten hinwegblicke, das noch nicht einmal vernünftig lesen und schreiben könne.

Bush landete Bestseller

Einen bemerkenswerten Erfolg hatte Barbara Bush nicht nur mit ihren sozialen Projekten, sondern auch als Autorin: So landete sie 1990 einen Bestseller mit einem Buch, das den Alltag im Weißen Haus aus Sicht ihrer Hündin Millie beschrieb.

Gehör verschaffte sich Bush, die gern als „Jedermanns Großmutter“ bezeichnet wurde, auch mit so manch weiser Einsicht. So sagte sie in einer Rede vor Studenten: „Am Ende eures Lebens werdet ihr es nicht bereuen, nicht noch eine weitere Prüfung bestanden zu haben, nicht noch ein weiteres Gerichtsurteil gewonnen zu haben oder nicht noch einen weiteren Deal abgeschlossen zu haben. Ihr werdet die Zeit bereuen, die ihr nicht mit eurem Ehemann, eurem Kind, Freunden oder Eltern verbracht habt.“

Der Ratschlag wurde als Antwort auf diverse Kritiker verstanden, die Barbara Bush ein zu traditionelles Rollenverhalten vorgeworfen hatten. Tatsächlich verschrieb sie sich Zeit ihres Lebens der Unterstützung ihres Ehemannes und ihrer sechs Kinder: Die Millionärstochter und Enkelin eines Bundesanwalts brach in jungen Jahren ihr Studium an einer Eliteuniversität ab, um George Bush zu heiraten und eine Familie zu gründen.

Frühere First Lady litt an Depressionen

Mehr als zwei Dutzend Mal zog die Familie um, zuerst nach Texas, wo die Bushs ins Ölgeschäft einstiegen, später an unterschiedlichste Ort entlang der Ostküste. Der Einsatz sollte sich lohnen: In der langen amerikanischen Geschichte gibt es nur zwei Frauen, die von sich behaupten können, zunächst als First Lady gedient zu haben und später mitzuerleben, wie der eigene Sohn ebenfalls ins Weiße Haus einzieht.

Schicksalsschläge blieben ihr dennoch nicht erspart: So erkrankte ein Kind an Leukämie und starb im Alter von drei Jahren. Sie selbst litt nach eigenen Angaben mehrere Jahre an Depressionen. Nichtsdestotrotz gab sie im hohen Alter zu Protokoll: Es war ein erfülltes Leben, mit unglaublich vielen Eindrücken - und mit viel Liebe.

Von RND/Stefan Koch

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