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Politik Barack Obama und Angela Merkel: Am Ende einer Ära blieb die Freundschaft
Nachrichten Politik Barack Obama und Angela Merkel: Am Ende einer Ära blieb die Freundschaft
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17:57 05.04.2019
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige US-Präsident Barack Obama im Mai 2012 in Camp David. Quelle: Michael Reynolds/EPA/dpa
Berlin

Es ist ein bisschen wie früher: Barack Obama besucht an diesem Freitag seine „Freundin Angela Merkel“ in Berlin – es ist ein privates Treffen mit der Bundeskanzlerin, ohne Presse, ohne großes Blitzlichtgewitter. Während sich die Beziehungen zu den USA seit seinem Abschied aus dem Weißen Haus erheblich verschlechtert haben, wird Obama in Deutschland immer noch als alter Freund begrüßt.

Der 57-jährige Ex-Politiker ist derzeit auf dreitägiger Tour durch Deutschland. An diesem Samstag spricht er mit jungen Leuten in Berlin, Donnerstag trat er vor mehr als 14.000 Zuhörern in der Kölner Lanxess-Arena auf. Dazwischen blieb Zeit für den Austausch mit Merkel, die er 2016 als die wohl „engste Verbündete“ seiner achtjährigen Präsidentschaft bezeichnete.

Er ist nicht mehr US-Präsident, und doch löst sein dreitägiger Besuch in Deutschland noch immer Begeisterung aus: Barack Obama. Auch mit Kanzlerin Angela Merkel trifft er zusammen. Die beiden verbindet eine politische Freundschaft. Wir zeigen die besten Bilder der beiden aus den vergangenen Jahren.

Zwischen den beiden Weltpolitikern hatte sich in Obamas Amtszeit eine Art politische Freundschaft entwickelt. 2008 war er bereits in Berlin aufgetreten – ein wichtiger Moment in seiner Präsidentschaftskampagne. Hunderttausende kamen zur Siegessäule in den Tiergarten, um den damaligen Präsidentschaftskandidaten über Freiheit und die transatlantischen Beziehungen sprechen zu hören. Wenige Monate später wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

Merkel hatte eine Träne im Auge“

Beim letzten Besuch von Obama in Berlin im Jahr 2016 habe die Kanzlerin sogar „eine einzelne Träne im Auge“ gehabt, schrieb der langjähriger Präsidentenberater Benjamin Rhodes in seinen Memoiren. Merkel habe da bereits gewusst, dass Obama seinem gerade gewählten republikanischen Nachfolger Donald Trump bald Platz machen musste. „Sie ist ganz allein“, erinnert sich Rhodes an Obamas Worte.

Der Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2016 hat Merkel nach den Worten des Beraters darin bestärkt, abermals zu kandidieren. Wenige Tage nach dem Abschiedsbesuch Obamas in Berlin erklärte Merkel dann offiziell, dass sie für eine vierte Amtszeit als Kanzlerin antreten werde.

Mehr Konflikte zwischen Berlin und Washington

Seit dem Amtsantritt von Trump gibt es deutlich mehr Konflikte zwischen Berlin und Washington. Ein großer Streitpunkt ist die protektionistische Wirtschaftspolitik des Amerikaners. Die Kanzlerin kritisiert auch immer wieder die „Amerika zuerst“-Politik Trumps, die eine Abkehr vom multilateralen Ansatz für die internationale Krisenlösung bedeutet.

Gerade vor diesem Hintergrund dürfte es auch als Signal gewertet werden, dass Merkel Obama nun in Berlin empfängt. Zumal die Kanzlerin Ende Mai für eine Rede bei der Abschlussfeier der US-Elite-Universität Harvard in die Vereinigten Staaten reisen wird – aber offenbar keinen Abstecher zu Trump nach Washington plant.

Obama umschifft das „T-Wort“

Das „T-Wort“ umschiffte Barack Obama am Donnerstagabend in Köln aber so gut es ging. Es gehört zum guten Ton, dass sich ehemalige US-Präsidenten nicht über ihre Nachfolger auslassen. Und deshalb fiel der Name Donald Trump an diesem Abend kein einziges Mal. Stattdessen sprach Obama etwa über das Klima.

In der Kölner Lanxess-Arena treten normalerweise Popbands auf oder es wird Karneval gefeiert. Am Donnerstagabend war die Stimmung streckenweise ähnlich. „Habt ihr Bock?!“ rief Stefan Frädrich, einer der Chefs des Veranstalters „Gedankentanken“, ins Publikum, bevor es losging. Kurz darauf stimmte er „Viva Colonia“ an. Obama wurde angekündigt wie ein „Weltstar“. Dann endlich: das Interview. Als Obama nach einer Stunde lächelnd und winkend von der Bühne ging, gab es tosenden Applaus.

An diesem Samstag in Berlin nimmt Obama an einem „Town Hall“-Treffen teil. Dabei will er sich den Fragen von rund 300 jungen Menschen aus ganz Europa stellen, die sich in Bereichen wie der Zivilgesellschaft, der Integration oder der Ernährungssicherung engagieren. Damit beendet Obama seinen ersten Deutschlandbesuch seit Mai 2017. Damals nahm er auf dem Kirchentag gemeinsam mit Merkel an einer Podiumsdiskussion teil.

Das Treffen im Video:

Von Ties Brock/RND

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