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Politik Aussichtslos unter Trump
Nachrichten Politik Aussichtslos unter Trump
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17:46 07.11.2017
US-Präsident Donald Trump Quelle: AP
Seoul

Es gibt sie noch: Kanäle nach Nordkorea. Südkoreas Präsident Moon versucht im Konflikt um Pjöngjangs Atomwaffenprogramm immerhin informelle Gespräche anzuberaumen. Und auch zwischen den einstigen Verbündeten Nordkorea und China gibt es erstmals seit Jahren der Funkstille wieder Kontakt. Verhandlungen mit dem Kim-Regime sind also durchaus in den Bereich des Möglichen gerückt.

Wäre da nicht Trump. Der US-Präsident hatte gleich zum Auftakt seiner zwölftägigen Asien-Reise erneut Öl ins Feuer gegossen. Über das Pentagon ließ er am Wochenende durchsickern, dass die USA die Option einer Bodeninvasion in Erwägung ziehe. Nur auf diese Weise ließen sich Nordkoreas Atomwaffen zerstören. Allein diese Verlautbarung dürfte Pjöngjangs Hass auf die USA zusätzlich schüren.

Mit Japans Ministerpräsidenten mag sich Trump auf seiner ersten Station in Tokio noch einig gewesen sein. Abe ist selbst ein Hardliner und fühlt sich nach seiner haushoch gewonnenen Wiederwahl in seinem Vorhaben bestätigt, Japans pazifistische Nachkriegsordnung über Bord zu werfen.

Doch schon bei seinem gestrigen Besuch in Seoul hatte es Trump mit anderen Stimmen zu tun. Die Südkoreaner, die im Fall eines Krieges am schlimmsten von einem nordkoreanischen Militärschlag betroffen wären, sind das Kriegsgejaule leid. Zehntausende nahmen am Sonntag in Seoul an einer Friedensdemonstration teil.

Trump war in Seoul in seiner Wortwahl zwar deutlich moderater als in den vergangenen Wochen und signalierte Bereitschaft für eine diplomatische Lösung. Es bleibt aber zu befürchten, dass der US-Präsident schon bei der nächsten Gelegenheit wieder herumpoltern wird. In Japan fabulierte er über militärische Stärke in Südkorea redet er von friedlichen Lösungen. Jeder bekommt das, was Trump glaubt von ihm hören zu wollen. Zur Lösung des Konflikts wird er auf diese Weise kaum beitragen.

Entscheidend dürfte werden, was er auf seiner nächsten Station in China sagen wird. Im Vorfeld hat Trump auch im Verhältnis zu China schon jede Menge Porzellan zerschlagen. Die chinesische Regierung war bereits auf ihn zugegangen und trägt die Sanktionen gegen den einstigen Bruderstaat mit. Der US-Präsident hat trotzdem weiter gegiftet.

Man kann sich schon glücklich schätzen, wenn Trump in den nächsten Tagen den Konflikt nicht weiter anheizen wird. Alles in allem eine traurige Bilanz.

Von Felix Lee/RND

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