Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Außenminister Gabriel in Uganda und Südsudan
Nachrichten Politik Außenminister Gabriel in Uganda und Südsudan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:08 09.08.2017
Gabriel traf sich am Mittwochmorgen mit dem ugandischen Staatsminister für Flüchtlingsangelegenheiten, Ecweru Musa Francis. Quelle: imago stock&people
Kampala

Während die Zahlen geflüchteter Menschen in Europa zuletzt deutlich gesunken waren, bleibt der afrikanische Kontinent aufgrund vieler Konflikte Brennpunkt für grenzüberschreitende sowie Binnenmigration. Außenminister Sigmar Gabriel legte auf diese Situation den Fokus seiner zweitägigen Afrika-Reise: „Wenn wir uns in Deutschland mit dem Thema Flucht und Migration aus Afrika beschäftigen, reicht unser Blick oft nur bis zum Mittelmeer. Wir vergessen dabei, dass die meisten Flüchtlinge aus Afrika den Kontinent nicht verlassen, sondern Aufnahme in afrikanischen Nachbarländern finden.“

Bereits am Dienstagabend war Gabriel zum Außenminister-Besuch nach Uganda aufgebrochen. Am Mittwoch besuchte er in Uganda die Flüchtlingssiedlung Rhino nahe der südsudanesischen Grenze, in der mehr als 90 000 Menschen überwiegend aus dem von Hunger und Bürgerkrieg schwer erschütterten Südsudan leben. Uganda hat insgesamt fast eine Million Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen und damit so viele wie kein anderes Land. Der zentralafrikanische Staat gilt als vorbildlich bei der Integration von Flüchtlingen.

Gabriel lobt Rolle Ugandas in der Flüchtlingspolitik

In der Hauptstadt Kampala wird Gabriel unter anderem mit Präsident Yoweri Kaguta Museveni sprechen. Vor seiner Abreise würdigte der Vizekanzler die Flüchtlingspolitik Ugandas. „Das Land will bewusst keine Flüchtlingslager, sondern setzt auf die Integration in die Bevölkerung“, sagte er.

Am Donnerstag wird der Außenminister in den Südsudan weiterreisen. Dort war 2013 ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir vom Volk der Dinka und den Unterstützern des früheren Vizepräsidenten Riek Machar vom Volk der Nuer ausgebrochen. Seitdem sind knapp vier Millionen Menschen geflohen. Rund sechs Millionen Südsudanesen leiden Hunger - etwa die Hälfte der Bevölkerung des seit 2011 unabhängigen Lands.

Bürgerkrieg im Südsudan belastet belastet auch die Nachbarländer

„Der Konflikt, der die südsudanesische Bevölkerung zur Flucht zwingt, muss ein Ende haben“, sagte Gabriel. „Humanitäre Organisationen brauchen sicheren Zugang zu betroffenen Menschen. Die Gewalt muss endlich aufhören.“

Gabriel wird auf seiner Reise von Bundestagsabgeordneten und dem Sänger der Rockgruppe BAP, Wolfgang Niedecken, begleitet. Niedecken engagiert sich seit Jahren für Projekte in Afrika und hat dort vor allem ehemaligen Kindersoldaten geholfen.

BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken begleitete Außenminister Sigmar Gabriel. Quelle: imago/photothek

Für Gabriel ist es bereits die vierte Afrika-Reise seit seinem Amtsantritt vor gut einem halben Jahr. Er war bereits in Mali, Somalia und Libyen - alles Länder die von Gewalt und Bürgerkrieg erschüttert werden.

Von RND/krö/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch wenn sich in Sachen Gleichberechtigung mit der „Ehe für alle“ politisch einiges getan hat, nimmt der Hass auf Schwule, Lesben und Transgender in Deutschland weiter zu. Das belegen Zahlen des Innenministeriums.

09.08.2017

Der Élysée-Palast hat Pläne zurückgezogen, die Brigitte Macron die Privilegien einer „First Lady“ einräumen wollten. Der Grund: 280.000 Menschen hatten dagegen protestiert.

09.08.2017
Politik Reaktionen auf Nordkorea-Äußerungen - „Typisch Trump. Er neigt zu Übertreibungen.“

In Washington sorgen Donald Trumps Drohungen gegenüber Nordkorea für heftige Reaktionen. Demokraten verurteilen die Worte als „gestört“ und „bombastisch“. Und auch aus den Reihen der Republikaner weht dem Präsidenten Gegenwind entgegen.

09.08.2017