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Politik Amri Täter von Berlin, Haftbefehl gegen Kontaktmann
Nachrichten Politik Amri Täter von Berlin, Haftbefehl gegen Kontaktmann
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16:26 04.01.2017
Die Pressesprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler. Quelle: dpa
Karlsruhe/Berlin

„Nach unseren Erkenntnissen, nach all dem, was wir zusammengetragen haben, gehen wir davon aus, dass Anis Amri den Anschlag begannen hat“, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Mittwoch in Karlsruhe. Nun werde ermittelt, ob jemand etwas von den konkreten Anschlagsplänen Amris gewusst und ob es Helfer gegeben habe. Amri war am 23. Dezember bei einem Schusswechsel mit Polizisten in Mailand auf der Flucht erschossen worden.

Bei Amri entdeckte Waffe auch in Berlin benutzt

Die in Italien bei Amri gefundene Waffe ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft beim Anschlag in Berlin verwendet worden. Eine Behördensprecherin bestätigte am Mittwoch entsprechende Angaben der italienischen Polizei. Der tödliche Schuss auf den polnischen Lkw-Fahrer sei am Parkplatz des Lastwagens am Friedrich-Krause-Ufer erfolgt. Der Fahrer habe zu dem Zeitpunkt auf dem Beifahrersitz gesessen. Dies habe unter anderem die Untersuchung von Schmauchspuren ergeben. Eine am Lkw sichergestellte Hülse passe zu der in Italien entdeckten Waffe. Der Sprecherin zufolge befand sich zum Tatzeitpunkt keine dritte Person in der Fahrerkabine.

Amri nach Tat wohl am Bahnhof Zoo aufgezeichnet

Amri ist direkt wohl nach dem Anschlag von einer Kamera am Bahnhof Zoo aufgezeichnet worden. Es sei davon auszugehen, dass der Mann auf dem Video Amri sei, sagte Köhler. Er sei sich der Aufzeichnung offenkundig auch bewusst gewesen. Der Mann habe den erhobenen Zeigefinger in Richtung Kamera gezeigt - ein Gruß, der von IS-Anhängern bekannt ist.

Haftbefehl gegen Amri-Kontaktmann

Gegen einen Bekannten Amris ist Haftbefehl wegen des Verdachts auf Leistungsbetrug erlassen worden. Der Verdacht, er könne in den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt eingebunden gewesen sein, habe sich dagegen für einen Haftbefehl nicht genügend erhärtet, sagte Köhler.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Berlin soll der 26-jährige Tunesier mit mindestens zwei Aliasnamen von April bis November 2015 in mehreren Städten zu Unrecht Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten haben. Deshalb sei seit Frühjahr 2016 gegen ihn ermittelt worden.

Der Mann war im Zusammenhang mit Untersuchungen zum Anschlag am Dienstag in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft vorläufig festgenommen worden. Er hatte Amri laut Bundesanwaltschaft am Vorabend der Tat in einem Restaurant getroffen und sich intensiv mit ihm unterhalten. Es seien Kommuniaktionsmittel sichergestellt worden, die nun untersucht würden.

Von RND/dpa

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