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Politik Altkanzler Schröder macht seiner SPD Mut
Nachrichten Politik Altkanzler Schröder macht seiner SPD Mut
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12:21 25.06.2017
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder beim SPD-Parteitag in Dortmund. Quelle: dpa
Dortmund

Da war er wieder: Altkanzler Gerhard Schröder. Zu seiner Zeit ein echter Kämpfer vor Wahlen, soll er seiner SPD beim Parteitag in Dortmund nun neuen Mut geben, den Kampfeswillen in den letzten 13 Wochen vor der Bundestagswahl im September noch einmal wiederzuentdecken. Mittlerweile 73-Jahre alt schwört er seine Genossen ein. „Es ist noch viel Zeit, um die Stimmung zu drehen.“ Nötig seien Disziplin, Geschlossenheit, aber auch Selbstbewusstsein.

„Nicht Journalisten, nicht Umfragemenschen entscheiden die Wahl“, sagte Schröder. Ausschlaggebend seien die Wähler, und viele träfen ihre Entscheidung erst am Wahltag. „Dies ist unsere Chance.“ Die SPD müsse bis zum Wahltag um jede Stimme kämpfen. Die Partei müsse das Kanzleramt aber auch wollen. „Nur wer dieses Amt unbedingt will, wird es auch bekommen“, mahnte er. „Auf dem Weg in dieses Amt darf es eben keine Selbstzweifel geben.“ Das gelte für den Kandidaten, aber auch für den Rest der Partei. Martin Schulz habe deutlich gemacht, dass er Kanzler werden wolle. Andere müssten das auch verinnerlichen.

Die Union kritisiert Schröder scharf: Die Spaltung Europas „geht auch auf das Konto von Merkel und Schäuble.“ Außerdem wäre man mit einem sozialdemokratischen Kanzler in Sachen Bildungsgerechtigkeit und Zukunftssicherung des Sozialsystems „jetzt weiter“.

Schröder erinnerte an den Bundestagswahlkampf 2005 – mit ihm als Spitzenkandidat. Die Umfragen seien damals auch schlecht gewesen, viele hätten die SPD bereits abgeschrieben. „Aber wir haben gekämpft und wir haben aufgeholt“, sagte er. Am Ende habe die CDU gerade mal 35,2 Prozent erreicht, die SPD 34,2 Prozent. Auch wenn es nicht gereicht habe, sei die Aufholjagd enorm gewesen. „Was damals ging, das geht heute auch“, rief er den Delegierten in Dortmund zu. „Auf in den Kampf! Venceremos!“

Von fw/RND/dpa