Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Alle Arbeitnehmer sollen Betriebsrente angeboten bekommen
Nachrichten Politik Alle Arbeitnehmer sollen Betriebsrente angeboten bekommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 08.07.2016
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für mehr Eigenvorsorge fürs Alter. Quelle: Wolfgang Kumm
Anzeige
Berlin

Arbeitnehmer in Deutschland sollen künftig generell ein Angebot ihres Arbeitgebers für eine Betriebsrente bekommen. Das ist ein Kernpunkt in den Plänen zur Stärkung der Eigenvorsorge von Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD).

Gemeinsam mit Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) diskutierte Nahles diese Initiative mit den Sozialpartnern und Verbänden in Berlin.

Bei den Reformplänen zur Betriebsrente sei man ziemlich weit, viele andere Fragen zur Rente seien noch offen, teilte Nahles in der internen Spitzenrunde mit, wie Teilnehmer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagten.

Geplant ist ein sogenanntes Opt-out-Modell: Arbeitgeber sollen Betriebsrenten-Angebote machen müssen. Die Beschäftigten sollen sich dagegen entscheiden können. Die Arbeitgeber forderten in der Runde aber, dass es den Unternehmen freigestellt bleiben solle, ob sie so ein Angebot machen, hieß es. Auch in Tarifverträgen sollen sich die Sozialpartner stärker auf betriebliche Altersvorsorge verständigen können, allerdings seien hier viele Details noch offen.

Diskutiert wird etwa, ob es hierbei Zielrenten geben soll. Das bedeutet, dass den Betroffenen keine bestimmte Rente garantiert, sondern nur noch als Ziel genannt werden soll. Dann könnten die Einzahlungen auf dem Kapitalmarkt angesichts der niedrigen Zinsen in riskanteren Anlageformen mit höherer Rendite angelegt werden.

Um mehr Geringverdiener zu Betriebsrenten zu bewegen, ist ein Zuschuss eingeplant. Dabei soll der Arbeitgeber den für einen Beschäftigten eingezahlten Beitrag zu 30 Prozent über die Lohnsteuer zurückbekommen. Offen sei noch, ob das ab einem Monatsbrutto von 1500 Euro oder mehr gelten soll. Im Gespräch seien bis zu 2500 Euro, hieß es.

Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, mahnte: "Die betriebliche und private Altersvorsorge können die gesetzliche Rente weder ganz noch teilweise ersetzen, wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen." IG-Metall-Chef Jörg Hofmann signalisierte Unterstützung. "Neben einem Kurswechsel in der gesetzlichen Rente braucht es deutlich verbesserte Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersvorsorge, damit ein angemessener Lebensstandard im Alter erreichbar ist", sagte er der dpa.

Der Unions-Sozialflügel unterstützt die Pläne für mehr Betriebsrenten. "Wir müssen mehr Dynamik in die Eigenvorsorge hineinbekommen, sonst wird uns das bei der gesetzlichen Rente teuer zu stehen kommen", sagte der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Weiß, der dpa.

Bei einem nächsten Spitzentreffen am 4. Oktober soll es um die gesetzliche Rente gehen. Während die Runde bei der Auftaktveranstaltung gut drei Stunden zusammensaß, sei das Treffen dann mit "open end" (offenem Ende) geplant, kündigte Nahles laut Teilnehmern an. Über den Sommer werde bis dahin weiter an dem Thema gearbeitet. Das Ziel sei - nach einem dritten und letzten Spitzentreffen - ein großes Reformkonzept im Herbst.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein halbes Jahr nach den Silvester-Übergriffen in Köln hat der Bundestag das Gesetz verschärft. Ein Schnellschuss, der in der Praxis nur schwer umzusetzen ist? Experten äußern erhebliche Skepsis.

08.07.2016

Deutschland bekommt seine Flüchtlingspolitik in den Griff, sagt der Innenminister und präsentiert niedrigere Asyl-Zahlen. Fast zeitgleich winkt der Bundesrat das Integrationsgesetz durch - Fördern und Fordern für Geflüchtete lautet das Motto.

08.07.2016

Mehr als 60 Punkte arbeitet der Bundesrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause ab - und zwingt Schwarz-Rot zum Nachverhandeln. Denn die Länderkammer blockiert die Reform der Erbschaftsteuer. Andere Koalitionsvorhaben werden im Schnellverfahren durchgewunken.

08.07.2016
Anzeige