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20:00 09.12.2017
Michael B. Berger mit einem satirischen Rückblick auf die Woche. Diesmal knöpft er sich wilde Sauen vor. Quelle: haz.de
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Hannover


Der inzwischen wieder einkassierte Vorschlag, auch am zweiten Weihnachtsfeiertag zu schlachten, kommt ziemlich ungeschlacht daher. Aber im Landkreis Cloppenburg, wo (zumindest kurzfristig) mehr Schweine als Menschen leben dürften, scheint man eine gewisse Derbheit traditionell gewöhnt zu sein. Warum sich hier der Katholizismus nicht immer gottgefällig ausgebreitet hat, bleibt indes angesichts der Debatte um die Weihnachts-Schlachterei eine offene Frage.

Wir könnten jetzt Gottfried Benn zitieren, der sich zu der Frage des Verhältnisses zwischen Schwein und Mensch sinnfällig geäußert hat, doch lassen wir das lieber. Noch gefährlicher als das Schweinische im Menschen kann indes ein angeschossenes Wildschwein sein, weshalb erstaunlich ist, dass der Wolf bei Humanoiden eine solche Angst hervorruft, obwohl die Wildsau, die durch manches Dorf getrieben wird, dem Menschen wesentlich gefährlicher werden kann, wie jüngst eine Horrormeldung aus Mecklenburg bewies.

Wo wir gerade bei Humanoiden sind: Zu den Sehnsuchtsorten dieser Tage gehört gewiss der gut abgepollerte Weihnachtsmarkt, wo der Niedersachsen am Glühweinstand gewissermaßen zu sich selbst kommt, obwohl dies klebrige Gemisch nicht zu den Gründungsingridenzien des Landes zählt, das eher durch Lüttje Lagen, Bommerlunder, Grünkohl, Bregenwurst, Eichsfelder Stracke und Ammerländer Schinken geprägt sein sollte. Aber im Zeitalter der Globalisierung kann aus Grünkohl bereits Eis gemacht werden oder auch, wie jetzt in Oldenburg geschehen, Pralinen. In Oldenburg, dieser wunderschönen ehemaligen Residenzstadt, ist ein Konditor auf die Idee gekommen, Grünkohlmasse mit Schokolade zu umhüllen. Dazu soll noch ein Schuss Korn kommen. Den braucht man wohl auch zum besseren Verständnis.

Der Übergang zu Martin Schulz ist jetzt nicht ohne Risiko. Immerhin ist der Mann in der Lage, einen ganzen Parteitag besoffen zu reden. Und wer, wenn nicht er, kann so herzhaft seine Partei um Entschuldigung bitten auch für Wähler, die er nicht gewinnen kann? Dazu war sein blitzgescheiter Vorgänger nicht in der Lage. Aber die SPD liebt ihre Verlierer, ja, scheint, um einen Spruch Johannes Raus zu variieren, geradezu verliebt ins Verlieren.

Die schönste Meldung mit der schönsten Überschrift kam diese Woche vom „Berliner Antriebsstrangsymposium“, wo es wohl um die mobile Fortentwicklung ging. Die Überschrift lautete: „Den Antrieb neu denken“. Das könnte doch auch ein Motto für die SPD sein …

Papst müsste man sein. Jetzt will der Bischof von Rom auch noch das Vaterunser ändern. Angeblich eine schlechte Übersetzung, wenn es heißt „führe uns nicht in Versuchung“, sagt der Papst, da ein guter Herr niemanden in Versuchung führe. Das ist vielleicht ein wenig paternalistisch gedacht vom Papst. O Herr, Fragen über Fragen ...

Von Michael B. Berger/RND

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