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Politik Abedi-Bruder gesteht IS-Mitgliedschaft
Nachrichten Politik Abedi-Bruder gesteht IS-Mitgliedschaft
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22:05 24.05.2017
Schwer bewaffnete Polizisten stürmen das Haus mit den drei Verdächtigen, die festgenommen wurden. Quelle: Twitter/Louise Bolotin
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London

Zuvor hatten bereits die britische Premierministerin Theresa May und Innenministerin Amber Rudd Andeutungen in diese Richtung gemacht – allerdings nicht in dieser Deutlichkeit. Zuvor hatte sich Frankreichs Innenminister Gérard Collomb konkreter geäußert. Er sagte unter Berufung auf britische Ermittler, Abedi sei vor dem Anschlag mit mindestens 22 Todesopfern nach Syrien gereist und soll Verbindungen zur Terrormiliz IS gehabt haben.

Die Polizei in Manchester nahm am Mittwoch drei weitere Männer im Zusammenhang mit dem Anschlag fest, unter anderem einen Bruder Abedis, so die BBC. Bereits am Vortag hatte sie einen 23-Jährigen gefasst und mehrere Häuser durchsucht. Der IS hatte nach dem Anschlag behauptet, der Attentäter sei ihr „Soldat“ gewesen. Ein weiterer Bruder Abedis ist nach Angaben libyscher Spezialkräfte mit den Einzelheiten des Anschlags vertraut gewesen. Der Mann sei in Libyen festgenommen worden und habe eingeräumt, zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu gehören, teilten die Spezialkräfte am Mittwochabend auf ihrer Facebookseite mit. Er habe ausgesagt, während der Vorbereitungen in Großbritannien gewesen zu sein. Er sei Mitte April ausgereist, danach aber mit seinem Bruder in ständigem Kontakt gewesen. Auch Abedis Vater wurde in Libyen verhaftet.

Salman Abedi in einer Moschee in Manchester Quelle: Manchester Police, Handout

Verbindungen zum IS „erwiesen“

Der Brite libyscher Herkunft habe sich „plötzlich nach einer Reise nach Libyen und dann wahrscheinlich nach Syrien radikalisiert und (...) entschieden, diesen Anschlag zu begehen“, sagte der französische Innenminister Collomb dem Sender BFMTV. Verbindungen zum IS seien „erwiesen“. Abedi war auch dem britischen Geheimdienst bekannt. Das berichtete Innenministerin Amber Rudd am Mittwoch dem Nachrichtensender Sky News. „Ich bin sicher, dass wir in den nächsten Tagen und Wochen mehr Informationen über ihn bekommen werden“, sagte Rudd. Sie zeigte sich gegenüber dem Sender Radio 4 verärgert darüber, dass in den USA Details über den Anschlag auf Besucher eines Popkonzerts an Medien durchgestochen worden seien. „Ich habe unseren Freunden ganz klar gesagt, dass das nicht noch mal passieren sollte“, sagte Rudd.

Noch 20 Menschen in kritischem Zustand

Abedi hatte am Montagabend mit einem selbstgebauten Sprengsatz sich selbst und 22 weitere Menschen getötet. Dutzende wurden verletzt, unter den Opfern waren viele Kinder und Jugendliche. Das bisher jüngste bekannte Todesopfer ist ein achtjähriges Mädchen.

Am zweiten Tag nach dem Anschlag waren nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden noch 20 Menschen in kritischem Zustand. Einem deutschen Arzt zufolge, der in Manchester arbeitet, enthielt die Bombe Nägel. Etliche Opfer hätten auch Schädel-Hirn-Verletzungen, sagte der Neurologe Stefan Schumacher dem Südwestrundfunk (SWR).

Berichten zufolge war Abedi ein Sohn libyscher Flüchtlinge. Er sei 1994 in Manchester geboren worden und habe in der nordenglischen Stadt studiert. Seine Familie soll sehr religiös gewesen sein und sich in einer Moschee der Stadt engagiert haben. Einige Familienmitglieder sollen kürzlich nach Libyen zurückgekehrt sein.

Erstmals seit 2007 höchste Terrorwarnstufe in Großbritannien

Das britische Sicherheitskabinett wollte sich an diesem Mittwoch erneut zu einer Krisensitzung treffen. Großbritannien rief nach dem Angriff auf ein Konzert der US-Sängerin Ariana Grande erstmals seit 2007 die höchste Terrorwarnstufe aus. Die Polizei erhält daher Hilfe vom Militär. Der weltberühmte Wachwechsel vor dem Buckingham-Palast wurde für Mittwoch abgesagt, um Personal für anderen Aufgaben freuzustellen. Der Anschlag vom Montag war der schwerste in Großbritannien seit 2005, als Attentäter in der Londoner U-Bahn und in einem Bus insgesamt 56 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt hatten.

Bei einer Explosion am Rande eines Popkonzerts in Manchester gab es mindestens 22 Tote. In der für Zehntausende ausgelegten Halle war Ende Mai die US-Sängerin Ariana Grande aufgetreten.

Die Bundesbehörden in ganz Deutschland setzten ihre Flaggen am Mittwoch auf halbmast. Auch mehrere Landesregierungen ordneten für ihre Behörden Trauerbeflaggung an. In einem Kondolenzschreiben an Großbritanniens Innenministerin Theresa May zeigte Bundeskanzlerin Angela Merkel sich beeindruckt von Gesten der Mitmenschlichkeit in Manchester, wo viele Bürger den Opfern geholfen hatten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trug sich in der britischen Botschaft in Berlin in das Kondolenzbuch für die Opfer des Terroranschlags ein, am Mittag wurde dort auch Merkel erwartet.

Explosion in Manchester

Am Rande eines Popkonzerts der US-Sängerin Ariana Grande ist es im britischen Manchester am Montagabend zu einer Explosion gekommen. Wir berichten:

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#Manchestermissing und #RoomForManchester: Online-Suche nach Vermissten

Von RND/dpa/ap/dk

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