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Politik 36 IS-Kämpfer bei Einsatz der US-Riesenbombe getötet
Nachrichten Politik 36 IS-Kämpfer bei Einsatz der US-Riesenbombe getötet
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14:08 14.04.2017
Gewaltige Explosion: 8000 Kilogramm Sprengstoff und elf Tonnen TNT-Äquivalent gingen in der afghanischen Region Nangarhar in die Luft. Quelle: imago
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Kabul

Beim Einsatz der riesigen Bombe des Typs GBU-43 durch US-Streitkräfte in Afghanistan sind nach Regierungsangaben in Kabul 36 IS-Kämpfer getötet worden. Es habe keine zivilen Opfer gegeben, teilte das afghanische Verteidigungsministerium am Freitag mit. Bei dem Angriff sei eine wichtige Kommandozentrale des Islamischen Staats (IS) völlig zerstört worden. Es sei ein 300 Meter langer Tunnel vernichtet worden, hieß es weiter.

Region gilt als Geburtsstätte des IS in Afghanistan

Die Bombe gilt mit mehr als 8000 Kilogramm Sprengstoff und elf Tonnen TNT-Äquivalent als größter konventioneller Sprengkörper der US-Streitkräfte – nur Russland verfügt über eine noch größere Bombe. Sie war nach ihrer Entwicklung 2003 nach US-Medienberichten noch nie bei tatsächlichen Kampfhandlungen eingesetzt worden.

Ein US-Kampfflugzeug hatte die „Moab“ über dem Distrikt Achin der Provinz Nangarhar abgeworfen. Sie sollte Tunnel der Terrormiliz IS und deren Kämpfer treffen. Die Region gilt als Geburtsstätte des Islamischen Staats in Afghanistan.

„Ich habe noch nie im Leben einen solchen Knall gehört“, sagte Malik Mohammed, ein Stammesältester in Achin der Deutschen Presse-Agentur. Selbst sieben Kilometer von der Abwurfstelle entfernt sei noch Glas zerborsten. In der Nähe des IS-Höhlenkomplexes hätten sich kaum noch Zivilisten aufgehalten, berichteten andere Älteste. Afghanische Truppen hatten demnach am Donnerstagnachmittag noch verbliebene Anwohner weggebracht. Auch die Stammesältesten bestätigten, es gebe keine Informationen über zivile Opfer.

Afghanistans ehemaliger Staatschef Hamid Karsai verurteilte den Angriff. Sein Land werde als Testgebiet für neue Waffen missbraucht, schrieb er auf Twitter.

Trump lobt den Einsatz

Präsident Donald Trump lobte den Einsatz. „Wir sind sehr stolz auf unser Militär. Es war ein weiterer Erfolg“, sagte er in Washington. Ob er den Einsatz persönlich genehmigt hatte, bestätigte er nicht. „Jeder weiß genau, was passiert. Also, ich autorisiere unser Militär. Wir haben ihnen volle Befugnis gegeben, und das ist, was sie machen.“

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, wollte sich ebenfalls nicht dazu äußern, ob Trump den Abwurf persönlich angeordnet hatte.

Auf Fragen, ob der Einsatz der Bombe auch als Warnung an Nordkorea gedacht sei, antwortete Trump, dies mache keinen Unterschied. „Ich weiß nicht, ob das eine Botschaft sendet. Es ist auch egal, ob es das tut oder nicht. Nordkorea ist ein Problem. Das Problem wird gelöst werden.“

IS verstärkt Attacken

Der IS war in Afghanistan erst 2015 aufgetaucht und soll dort nie mehr als 3000 Kämpfer gehabt haben. Lange Zeit war die Terrormiliz nur in den beiden östlichen Provinzen Nangarhar und Kunar präsent. Seit Monaten fliegen US- und afghanische Streitkräfte schwere Luftangriffe auf IS-Stellungen dort.

Die Rebellen verstärkten derzeit ihre Verteidigungslinien mit improvisierten Sprengkörpern, Tunnels und Bunkern, hieß es in einer Mitteilung der Nato-Streitkräfte in Afghanistan. „Dies ist die richtige Munition, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen und das Momentum unserer Offensive gegen den IS zu erhalten“, so der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson. .

Von RND/dpa

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