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Panorama Hat eine Patientin das Feuer gelegt?
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17:43 30.09.2016
Die Feuerwehr kämpft am Bochumer Universitätsklinikum gegen die Flammen. Quelle: dpa
Bochum

Der verheerende Brand in einem Bochumer Klinikum könnte nach Angaben der Dortmunder Polizei von einer Patientin gelegt worden sein. „Suizidale Absichten sind nicht auszuschließen“, teilte die Polizei am Freitag mit. Im Zimmer der 69 Jahre alten Frau war das Feuer entfacht worden, sie war in den Flammen ums Leben gekommen. Bei dem zweiten Toten, einem Patienten aus dem Nachbarzimmer, handelt es sich um einen 41 Jahre alten Mann aus Marl. Große Teile eines Klinikgebäudes wurden zerstört. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf mehrere Millionen Euro.

Das Feuer war im sechsten Stock in einem Patientenzimmer der Abteilung zur Behandlung von Infekten ausgebrochen. Es hatte sich in Windeseile auf die beiden darüberliegenden Etagen und das Dachgeschoss ausgebreitet. Patienten waren dort allerdings nicht untergebracht. Vier Schwerstverletzte wurden in Kliniken nach Aachen, Wiesbaden und Leipzig geflogen.

Flammen breiten sich unkontrolliert aus

Die Flammen breiteten sich innerhalb weniger Minuten aus. Auch die Feuerwehr war von dem Ausmaß überrascht, als sie bereits nach wenigen Minuten am Einsatzort eintraf. „Das Brandereignis war viel weiter fortgeschritten, als zu vermuten war“, sagte Gottfried Wingler-Scholz von der Bochumer Feuerwehr.

Menschen hätten an den Fenstern gestanden und um Hilfe geschrien. Wingler-Scholz rechnete damit, den ganzen Tag über im Einsatz zu sein, um letzte Glutnester zu löschen. Insgesamt waren fast 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk (THW) vor Ort.

Patientenschutz bemängelt fehlende Sprinkleranlage

Patientenschützer forderten bereits Stunden nach dem Unglück Sprinkleranlagen in jedem Zimmer der Krankenhäuser und Pflegeheime. „Rund 40 Mal im Jahr brennt es in deutschen Krankenhäusern, noch häufiger in Behinderten- und Pflegeeinrichtungen“, sagte Vorstand Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Krankenhaus- und Pflegeheimbetreiber würden aber ebenso halbherzig reagieren wie die Landespolitik.

In dem betroffenen Gebäude waren zuletzt 180 Patienten untergebracht, 100 von ihnen wurden vorzeitig entlassen, um die Lage zu entspannen. Weitere 80 Patienten wurden hausintern verlegt. Das Krankenhaus sei aber nicht in der Notfallversorgung eingeschränkt, sagte Schildhauer. „Es sind keine Operationsbereiche betroffen.“ Das Universitätsklinikum Bergmannsheil mit rund 650 Betten ist eines der größten Krankenhäuser im Ruhrgebiet.

Die Feuerwehr kämpft am Bochumer Universitätsklinikum gegen die Flammen. Quelle: dpa
Die Feuerwehr kämpft am Bochumer Universitätsklinikum gegen die Flammen. Quelle: dpa
Die Feuerwehr kämpft am Bochumer Universitätsklinikum gegen die Flammen. Quelle: dpa

Von RND/dpa/are

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