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Panorama Weil es stört: Pfarrer wirft Kind aus Konzert
Nachrichten Panorama Weil es stört: Pfarrer wirft Kind aus Konzert
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22:03 22.12.2016
In Brandenburg hat ein Pfarrer ein Kind und dessen Mutter während eines Kirchenkonzerts vor die Tür gesetzt. Quelle: dpa/Symbolbild
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Gröben

Der Vorfall ereignete sich während eines Kirchenkonzertes in Gröben im Kreis Teltow-Fläming. Ihr Sohn habe gebannt der Musik gelauscht, berichtete die Berlinerin H. (Name der Redaktion bekannt) der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“. Nach 20 Minuten werde das einzige gemeinsame Lied angestimmt: Tochter Zion. „Mein Sohn singt mit.“ Und er habe weitergesungen, als das Lied bereits zu Ende war.

„Das ist süß, aber ich versuche trotzdem, ihm mit Rücksicht auf die anderen zu sagen, dass er aufhören oder leiser singen kann“, erzählt die Mutter. Doch der Junge reagiert nicht sofort auf sie. „Urplötzlich herrscht mich der Mann vor mir an, ich solle nun aber eingreifen.“ Und die Mutter fragt: „Bei einem dreijährigen Kind, das singt? Was soll man da eingreifen?“ Andere Konzertbesucher bekommen den Disput der Mutter mit dem Mann mit. Der wütende Herr habe sie aufgefordert, sofort zu gehen.

Pfarrer: Ist alles zumutbar, wenn es von einem Kind kommt?

Dieser Mann ist Pfarrer Peter Collatz, der Hausherr. Er sagt: „Ja, das stimmt.“ Allerdings sei das ein Konzert mit Violine gewesen, kein Rockkonzert. „Eltern mögen es anders hören, wenn ihr Kind singt, aber in diesem Fall hat es viele andere Besucher gestört, deshalb habe ich gebeten, ihr Kind im Zaum zu halten“, erklärt er. Und er fragt: „Den Satz weitergedacht  – ist denn alles zumutbar, wenn es von einem Kind kommt? Es gibt doch Konzerte extra für Kinder und mit Kindern.“

Ortsvorsteherin Stefanie Heyden erfuhr vom Rauswurf erst hinterher. „Ruhig und sachlich hat die Mutter mir das geschildert“, berichtete sie der „MAZ“. Heyden sagt: „Das ist bedauerlich. Wir beraten uns im Gemeindekirchenrat und klären das im Januar.“

Von MAZ/Jutta Abromeit/RND

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