Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Was geschah mit Pinguin „Nummer 53“?
Nachrichten Panorama Was geschah mit Pinguin „Nummer 53“?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:47 22.12.2017
Wo ist bloß ihr Artgenosse abgeblieben?: Humboldt-Pinguine im Freigehege in Mannheim. Quelle: dpa
Anzeige
Mannheim

Es ist ein rätselhafter Fall – vielleicht sogar ein ungeklärter Mordfall. Ein Pinguin verschwindet im Februar aus dem Luisenpark in Mannheim und wird später tot entdeckt. Auch zehn Monate nach den mysteriösen Vorgängen grübeln viele der Beteiligten, was mit „Nummer 53“ wohl geschehen ist. Der Name kommt von seiner Flügelmarke mit der Zahl. Zwar hat die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit zu den Akten gelegt. Aber fragt man die Polizei, so beschäftigt die Frage, was damals wirklich passiert ist, einige der Beamten immer noch.

Rückblick: Entsetzt stellt die Verwaltung des Luisenparks, wo etliche Tierarten leben, bei einer Zählung fest, dass ein Humboldt-Pinguin fehlt. Das Verschwinden aus dem Gehege am 11. Februar löst eine breite Reaktion aus. Die Leitung des Parks ist traurig und schockiert, die Polizei ermittelt, im Internet spekulieren Tierfreunde über die Hintergründe.

Der Humboldt-Pinguin gilt als gefährdete Art

Ein Dummejungenstreich? Eine Wette? Gar gewerbsmäßiger Diebstahl? Was für viele wie ein Filmstoff klingt, ist Experten zufolge Realität. Oft stecken reiche Auftraggeber hinter dem illegalen Handel mit gestohlenen Tieren, und die Kanäle führen meist ins Ausland.

„Besonders begehrt sind hochbedrohte Arten, vor allem im Vogel- und Reptilienbereich“, sagt Geschäftsführer Volker Homes vom Verband der Zoologischen Gärten (VdZ). Auch der Humboldt-Pinguin gilt als gefährdete Art. Und der Vogel scheint begehrt: Jeweils drei Exemplare wurden 2015 in Dortmund und viele Jahre zuvor in Heidelberg gestohlen.

Es gab keine Kampfspuren

Oder war es ein Raubtier? Dagegen spricht: Es gibt keine Kampfspuren. Das wäre bei einem Angriff etwa durch einen Fuchs oder einen Greifvogel wohl zu erwarten. Zudem wird das Gehege mit den mehr als zehn Pinguinen von einem unter Strom stehenden, niedrigen Zaun vor Wildtieren geschützt. „Wir haben uns gegen eine Erhöhung des Zauns entschieden, weil das wie ein Hochsicherheitstrakt wirkt. Das wollen unsere Besucher sicher nicht“, sagt Luisenpark-Chef Joachim Költzsch.

„Nummer 53“ wird ohne Kopf auf einem Parkplatz aufgefunden

Dass jemand aus Übermut über den niedrigen Zaun gegriffen und das fünf Kilo schwere Tier in eine Tasche gesteckt haben könnte, wollen die Behörden nicht ausschließen. Fünf Tage nach dem Verschwinden wird „Nummer 53“ tot gefunden - nicht allzu weit vom Tatort entfernt, am Rande eines Parkplatzes, ohne Kopf. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt in Karlsruhe teilt nach der Obduktion mit, der Vogel könnte von einem Fuchs oder einem Hund getötet worden sein. Nur: Wie kam das Tier an seinen Fundort?

„Es lässt sich weder ein Diebstahl ausschließen, noch dass er bereits im Gehege einem Wildtier zum Opfer gefallen war“, heißt es aus Reihen der Polizei. Wie der Pinguin (wissenschaftlicher Name: Spheniscus humboldti) verschwunden ist, wird wohl nie herauskommen. Am Gehege erinnert heute auch eine hölzerne Pinguinstatue an „Nummer 53“. Im Frühjahr brannten Kerzen davor, Kinder legten Zeichnungen nieder.

Videokameras überwachen heute das Gelände

Klar ist in Mannheim, dass ein solch mysteriöses Verschwinden mit blutigem Ende nicht mehr passieren soll. Längst hat der Luisenpark ein verbessertes Sicherheitssystem in Betrieb genommen. Videokameras überwachen rund um die Uhr das Pinguin-Gelände. „Falls etwas am Gehege geschieht, können wir es anhand der Bilder nachvollziehen“, sagte Költzsch bei der Montage. „Wir erhoffen uns Abschreckung.“

Von dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei Altkanzler Gerhard Schröder wird Weihnachten vor allem eins: Nicht so kompliziert. Für seine Kinder kocht er trotzdem selbst. Auf das Glas Rotwein wird er aber vermutlich verzichten. Wieso? Es passe nicht zum Weihnachtsmenü.

22.12.2017

Eine Frau wirft dem Star aus „Rocky“ vor, er habe sie Anfang der 1990er Jahre sexuell missbraucht. Der Schauspieler lässt dementieren.

22.12.2017

Der Autokonzern reagiert auf Ermittlungen der Braunschweiger Staatsanwaltschaft: 14 Betriebsräte müssen sich ab sofort mit weniger Gehalt zufriedengeben. Das Top-Management war in das Visier der Fahnder wegen des Verdachts auf Untreue geraten.

22.12.2017
Anzeige