Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama WHO: Erste Polio-Fälle seit über zwei Jahren in Afrika
Nachrichten Panorama WHO: Erste Polio-Fälle seit über zwei Jahren in Afrika
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:28 12.08.2016
Ein Kind aus Nigeria bekommt in Lagos eine Polio Impfung verabreicht. Quelle: Mashall Wolfe/Archiv
Anzeige
Genf/Abuja

Der weltweite Kampf gegen die Kinderlähmung hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Rückschlag erlitten. In Nigeria hätten sich zwei Kinder mit dem Polio-Virus infiziert, teilte die UN-Behörde mit.

Die Minderjährigen sollen Lähmungserscheinungen zeigen. Die beiden Fälle im Bundesstaat Borno im Nordosten des Landes sind laut WHO der erste Ausbruch seit über zwei Jahren in Afrika.

Die nigerianische Regierung will nun in Borno rasch eine Million Kinder impfen lassen. Weitere vier Millionen Kinder sollen in den angrenzenden Bundesstaaten geimpft werden, wie das Gesundheitsministerium in Abuja erklärte.

In dem betroffenen Gebiet sind allerdings auch die islamistischen Terroristen der Boko Haram aktiv. Manche Landstriche sind daher nicht unter der Kontrolle der Regierung. Die beiden bestätigten Polio-Erkrankungen ereigneten sich in einem Gebiet, zu dem Helfer und Behörden erst kürzlich wieder Zugang erhalten hatten.

Die WHO zeigte sich alarmiert. "Das ist eine wichtige Erinnerung, dass die Welt es sich nicht leisten kann, selbstgefällig zu sein, kurz vor der Polio-Ausrottung", sagte der für Polio zuständige WHO-Direktor, Michel Zaffran. 1988 gab es weltweit noch 350 000 Neuerkrankungen. 2016 wurden weltweit nur noch 21 Polio-Fälle in Pakistan und Afghanistan verzeichnet.

Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist eine ansteckende Virus-Erkrankung. Sie wird hauptsächlich durch Fäkalien übertragen. Eine von 200 Infektionen führt laut WHO zu dauerhaften Lähmungen. Von diesen Erkrankten sterben fünf bis zehn Prozent, weil die Atemmuskeln betroffen sind. Eine spezielle Therapie gibt es nicht.

Mitarbeiter von Impfteams wurden in Nigeria und Pakistan immer wieder von radikalen Islamisten angegriffen und getötet. Die Islamisten glauben, die Impfungen seien Teil einer Verschwörung des Westens und sollten Muslime unfruchtbar machen. Deshalb sei es umso wichtiger, die Impfungen auch in hart umkämpften Zonen weiterzuführen, bekräftigte die WHO. Nur so könne Afrika poliofrei werden.

Die sunnitischen Extremisten der Boko Haram terrorisieren seit 2009 den Nordosten Nigerias und die angrenzenden Gebiete im Tschad, Niger und Kamerun. Seither haben sie mindestens 14 000 Menschen getötet.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die "Nacht der Wünsche" bestand für viele Sterngucker in der Nacht zu Freitag vor allem aus Wunschdenken. Eine dichte Wolkendecke versperrte den Blick auf die Sternschnuppenschauer der Perseiden. Doch am richtigen Standort gab es ein fantastisches Schauspiel.

12.08.2016

Die Leverkusener Brücke auf der A1 gesperrt - das ist eigentlich eine Horrorvorstellung für viele Menschen im nordrhein-westfälischen Berufsverkehr. Doch der Tag X begann eher harmlos.

12.08.2016

Bei einer Explosion in einem Kraftwerk sind in China mindestens 21 Menschen getötet worden. Fünf Menschen wurden zudem verletzt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die örtlichen Behörden meldete.

12.08.2016
Anzeige