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Panorama Vorfall in Münster – Keine Hinweise auf Mittäter
Nachrichten Panorama Vorfall in Münster – Keine Hinweise auf Mittäter
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13:43 08.04.2018
Am Sonnabend fuhr ein Mann mit einem Kleintransporter in Münster in eine Menschenmenge. Quelle: dpa
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Münster

Die Polizei sucht nach der Amokfahrt von Münster mit drei Toten nicht nach weiteren Tätern. Es gebe keine Hinweise, dass noch weitere Verdächtige an dem Verbrechen beteiligt waren - man gehe von der Tat eines Einzeltäters aus, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Die Polizei war zunächst Zeugenaussagen nachgegangen, wonach zwei Menschen aus dem Auto gesprungen und geflüchtet sein sollten.

Einige der mehr als 20 verletzten Opfer sind weiterhin in Lebensgefahr. Ihr Zustand hat sich nach Angaben der Polizei über Nacht nicht verändert. Es gebe keine weiteren Todesfälle, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagmorgen.

Es habe mehrere Notoperationen gegeben. Insgesamt würden vier Schwerstverletzte behandelt, sagte eine Sprecherin der Uniklinik am Sonntagmorgen. Die Klinik habe sofort alle verfügbaren Mitarbeiter informiert. 250 Ärzte und Pfleger seien in kürzester Zeit einsatzbereit gewesen, teilte die Klinik mit.

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In Münster ist am Samstag ein Transporter in eine Menschenmenge gefahren. Mehrere Menschen starben, bestätigte die Polizei.

Die Ermittler suchen weiter nach Motiv und Hintergründen für die Tat mit drei Toten und mehr als 20 Verletzten. In einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei in Münster hieß am frühen Sonntagmorgen: „Bislang liegen keine Hinweise auf einen möglichen Hintergrund für die Tat vor. Die Ermittlungen werden mit Hochdruck und in alle Richtungen geführt.“

Seehofer und Laschet informieren über Ermittlungen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wollen am Mittag (12.15 Uhr) über den Stand der Ermittlungen informieren. Dann soll auch Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) dabei sein.

Klar ist bisher nur, dass am Samstag um 15.27 Uhr ein Mann einen silberfarbenen Campingbus im Zentrum in eine Menschengruppe vor einer beliebten Gaststätte gesteuert und sich danach im Wagen erschossen hatte.

„Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen handelt es sich bei dem Fahrer vermutlich um einen 48-jährigen Mann aus Münster“, erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Ermittler schließen islamistischen Hintergrund vorerst aus

Nach Informationen von „FAZ.NET“ stammt der Täter aus Olsberg im Sauerland. Er habe schon lange in Münster nahe des Tatorts gelebt.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte am Sonnabendabend gesagt: „Es spricht im Moment nichts dafür, dass es einen islamistischen Hintergrund gibt.“ Es handelte sich womöglich um einen psychisch labilen Einzeltäter.

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Polizei identifiziert Todesopfer

Die Polizei identifizierte inzwischen die beiden Todesopfer. Laut Staatsanwaltschaft und Polizei handelt es sich um eine 51-jährige Frau aus dem Kreis Lüneburg und einen 65-jährigen Mann aus dem Kreis Borken.

Die Polizei fand bei der Durchsuchung der Wohnung des Amokfahrers keine brauchbare Maschinenpistole vom Typ AK47, wie es hieß. Die Beamten hätten nur eine Dekorationswaffe und Feuerwerkskörper gefunden. Spezialisten hätten aus Sicherheitsgründen die Wohnungstür aufgesprengt, bevor die Beamten die Räume hätten untersuchen können. Am Sonnabendabend waren in Münster wiederholt Explosionsgeräusche zu hören gewesen.

Auch unmittelbar nach der Amokfahrt hatten sich die Einsatzkräfte dem Campingbus mit großer Vorsicht genähert, da Beamte Drähte sahen, die ins nicht einsehbare Fahrzeuginnere führten.

Ermittler finden Waffe und Feuerwerkskörper

Experten des Landeskriminalamts aus Düsseldorf hätten dann das Fahrzeug auf mögliche Gefahren ausgiebig untersucht und letztlich Entwarnung gegeben, hieß es weiter. Ermittler hätten im Wagen die Waffe, mit der sich der Täter erschossen habe, sowie eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend Feuerwerkskörper gefunden.

Die Polizei lobte das besonnene Verhalten der Menschen. „Die Polizei konnte die notwendigen Maßnahmen schnell und reibungslos treffen“, erklärte der Einsatzleiter, Polizeidirektor Martin Fischer. „Alle haben sich vorbildlich verhalten und den Tatortbereich sehr schnell verlassen.“ Am frühen Sonntagmorgen konnten die Anwohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die weiträumigen Sperrungen in der Altstadt wurden ebenfalls aufgehoben.

Das Bundeskriminalamt richtete im Internet für Zeugen ein Hinweisportal ein: Videos oder Fotos, die im Zusammenhang mit der Tat stehen, können dort hochgeladen werden. Nach Angaben der Polizei laufen inzwischen viele Hinweise ein.

„Wir brauchen Zeit, die Spuren auszuwerten“

„Allein die Tatortaufnahme wird viel Zeit in Anspruch nehmen“, erklärte Fischer zum Stand der Untersuchungen. „Wir brauchen Zeit, die Spuren auszuwerten und die Ergebnisse der Ermittlungen zusammenzuführen.“ Auch am Sonntag sei deshalb mit Behinderungen in Münsters Innenstadt zu rechnen.

Die Spurensuche am Tatort dauerte in der Nacht an. Leichen wurden dort erst im Dunklen abgeholt. Polizisten sperrten den Bereich weiter großräumig ab. Das Tatfahrzeug wurde am frühen Sonntagmorgen abgeschleppt. Der Campingbus wurde auf einen Abschleppwagen geladen und weggefahren.

Keine Angaben machte die Pressemitteilung über Gerüchte, wonach zwei weitere Personen aus dem Transporter gesprungen und geflüchtet sein könnten.

Die beschauliche Universitätsstadt Münster stand unter Schock. Spontan versammelten sich Bürger, um gemeinsam zu trauern. Im Paulus-Dom in Münster gibt es am Sonntagabend einen ökumenischen Gedenkgottesdienst, den Bischof Felix Genn leiten will.

Von RND/dpa/are

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