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Panorama Vermisste Tramperin: SMS führte zum Verdächtigen
Nachrichten Panorama Vermisste Tramperin: SMS führte zum Verdächtigen
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21:32 21.06.2018
Sophia L. wird immer noch vermisst. Quelle: dpa
Leipzig

Auf der Suche nach der vermissten Sophia L. aus Leipzig hat die Polizei in Oberfranken am Dienstag ein Waldstück an der Autobahn A9 zwischen Plech und Hormersdorf durchsucht. Das berichtet die „Leipziger Volkszeitung“ unter Berufung auf das Online-Portal „Reporter 24“ aus Nordbayern. Auch ein Hubschrauber soll dabei zum Einsatz gekommen sein.

Zu den Ergebnissen der Maßnahme gibt es bisher keine Angaben, sowohl Polizei in Oberfranken als auch die Behörden in Leipzig schweigen bisher. Sicher ist nur: Am Dienstag ist in Spanien ein Verdächtiger von den Behörden festgenommen worden. Dabei soll es sich um den 40 Jahre alten Lkw-Fahrer aus Marokko handeln, der Sophia L. am vergangenen Donnerstag von einem Rastplatz in Schkeuditz-West in Richtung Nürnberg mitgenommen hatte. Danach verliert sich die Spur der 28-Jährigen.

Auf den Verdächtigen wurden die Ermittler nach einer SMS aufmerksam. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, hat Sophia ihrem Bekannten am Donnerstag noch eine Nachricht mit dem Kennzeichen des marokkanischen Lastwagens geschickt. Am Sonntag habe der Bruder der 28-Jährigen den Lastwagen gefunden, wie er bei Facebook mitteilte. Der Fahrer habe angegeben, Sophia habe das Fahrzeug in der Nähe von Nürnberg verlassen.

Vor einer Woche soll Sophia L. in einen Lkw gestiegen sein. Sie wollte von Leipzig nach Nürnberg. Im Norden Spaniens wurde unterdessen eine Leiche gefunden – die Identifizierung dauert an.

Staatsanwaltschaft geht von Tötungsdelikt aus

Die federführende Staatsanwaltschaft äußert sich nach wie vor zurückhaltend. Offiziell heißt es, dass der dringende Tatverdacht eines Tötungsdelikts bestehe. Es fehle aber der eine entscheidende Hinweis. Die Gesamtschau vieler kleiner Puzzleteile habe die Ermittler aber überzeugt. Deshalb sei gegen den Mann schließlich auch Haftbefehl erlassen worden. Nach Informationen von Tag24 ist er bei einem Fluchtversuch festgenommen worden. Der Kraftfahrer habe versucht, sich in seine Heimat abzusetzen.

Bericht: Ermittler fliegen nach Spanien

Den Durchbruch könnte nun ein deutsches Ermittlerteam in Spanien bringen. Laut Tag24 sollen bis spätestens Donnerstag Kriminalisten aus Leipzig und Bayreuth nach Südeuropa fliegen und dort den Tatverdächtigen vernehmen und den Lastwagen untersuchen. Die Suche nach Sophia wurde auch am Mittwoch fortgesetzt, vor allem in ihrer fränkischen Heimat. Zudem werten die Ermittler Hinweise aus der Bevölkerung aus.

Sophia war in den vergangenen Jahren in ihrer fränkischen Heimat aktiv. In Bamberg wurde sie 2014 zur Juso-Vorsitzenden gewählt und kandidierte im Jahr darauf für die SPD bei der Wahl zum Stadtrat. In Leipzig engagierte sie sich in der Flüchtlingshilfe.

Familie und Freunde geben die Hoffnung zumindest nicht auf, dass Sophia auch eine Woche nach ihrem Verschwinden doch noch gefunden wird. Der Bruder der Leipziger Studentin erklärte am Mittwoch, er hoffe weiter auf ein glückliches Ende. Sie sei häufiger getrampt.

Suche nach Sophia geht weiter

Auch in den sozialen Netzwerken, in denen sich Freunde und Bekannte in den vergangenen Tagen zu Suchaktionen organisiert hatten, gibt es noch Zuversicht, dass Sophia letztlich wohlbehalten nach Hause zurückkehren werde. Es werden Suchmeldungen in diversen Sprachen verbreitet, sich gegenseitig Mut zu gesprochen, die Arbeit nicht aufzugeben.

Die Polizei warnt generell vor dem Trampen. „Eine Gefahr kann nie ausgeschlossen werden, ein Restrisiko bleibt immer“, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen, Tom Bernhardt. Die Polizei rät, zunächst Alternativen zu suchen, etwa öffentliche Verkehrsmittel. Wer sich dennoch zum Mitfahren bei fremden Autofahrern entschließe, solle das Kennzeichen des Fahrzeuges an Familienangehörige oder Bekannte durchgeben.

Familie und Freunde sprechen mit Fahrer des Lastwagens

Sophia L. wollte am Abend des 14. Juni vom Autohof Schkeuditz-West an der A14 in Richtung ihrer Heimstadt Amberg aufbrechen. Zeugen berichten später gegenüber der Polizei, die 28-Jährige sei gegen 18.20 Uhr von einem Lastwagen mitgenommen worden. Ein letztes Lebenszeichen habe sie angeblich auf Höhe des Hermsdorfer Kreuzes gesendet. Familie und Freunde konnten laut eigenen Angaben am Montag den mutmaßlichen Fahrer des Lastwagens in Spanien ermitteln und am Telefon sprechen. Anschließend verbreitete der Bruder die Meldung, der Fahrer habe Sophia L. möglicherweise bis zur Autobahnausfahrt 49 auf Höhe Lauf/Hersbruck gebracht.

Die vermisste Sophia ist etwa 1,65 Meter groß, von schlanker Statur, trug zuletzt kurze Hosen, ein blaues, schulterfreies Oberteil und weinrote Turnschuhe, sowie eine auffällige Frisur mit kurzem Pony und seitlich abrasierten Haaren. Wer Informationen zum Verbleib von Sophia L. machen kann oder sie seit Donnerstag gesehen hat, sollte sich bei der Kriminalpolizei Leipzig in der Dimitroffstraße 1 oder telefonisch unter (0341) 966 4 6666 melden.

Von RND/LVZ

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