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Panorama Urteil zum „Satanist von Witten“ vertagt
Nachrichten Panorama Urteil zum „Satanist von Witten“ vertagt
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15:47 31.05.2017
Knapp 16 Jahre nach seinem grausamen Ritualmord sitzt Daniel W. erneut auf der Anklagebank. Quelle: dpa
Bochum

Im neuen Prozess gegen den früher als „Satanist von Witten“ bekannt gewordenen Angeklagten hat das Bochumer Landgericht die Urteilsverkündung am Mittwoch überraschend verschoben. Grund sind Verzögerungen bei den Zeugenvernehmungen. Plädoyers und Urteilsverkündung werden nun für Donnerstag erwartet. Dem 41-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, aus der Haft heraus die Ermordung seiner Ex-Frau geplant zu haben. Die Tat sollte laut Anklage von einer Freundin ausgeführt werden, die der Angeklagte Medienberichten zufolge per Brief angestiftet haben soll. Die Frau war jedoch zur Polizei gegangen.

Laut „Bild“ soll sie vor Gericht gesagt haben, dass ihr die Beziehung nicht ganz geheuer gewesen sein soll und dass sie komische Briefe bekommen habe. Es sei am Ende immer schlimmer geworden, weshalb sie den Kontakt beenden habe wollen. Den angeblichen Mordauftrag hatte die Zeugin am Ende erst vier Jahre später bei der Polizei angezeigt – angeblich aus Angst, nachdem sie aus der Presse erfahren habe, dass der Angeklagte aus der Haft entlassen werden soll. Das habe sie verhindern wollen, wird die Frau ebenfalls in „Bild“ zitiert.

Zeugin verstrickt sich in Widersprüche

Bei ihrer Zeugenaussage vor dem Bochumer Landgericht geriet die 34-Jährige am Mittwoch allerdings unter Druck. Sie wurde vom Gericht mehrfach auf Widersprüche hingewiesen und zur Wahrheit ermahnt. „Seien Sie vorsichtig“, sagte Richterin Petra Schönenberg-Römer der Zeugin. Bei einer Falschaussage müsse sie selbst mit einem Strafverfahren rechnen – vielleicht sogar wegen Freiheitsberaubung. Schließlich sitze der Angeklagte auch wegen ihrer Aussage noch in Haft. Dieser bestreitet die Vorwürfe vehement.

Der Angeklagte war im Januar 2002 nach der Ermordung eines Kollegen mit 66 Hammerschlägen und Messerstichen zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Damals wurde er als Satanist bezeichnet. Wegen einer Persönlichkeitsstörung wurde er als vermindert schuldfähig eingestuft. Die Haftzeit ist noch nicht beendet, weil ein zwischenzeitlicher Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie nicht angerechnet werden konnte.

Von RND/dpa/caro