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Panorama Viele Tote bei Doppelanschlag in Istanbul
Nachrichten Panorama Viele Tote bei Doppelanschlag in Istanbul
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08:21 11.12.2016
Etliche Rettungskräfte kümmerten sich um die verletzten Polizisten vor der Fußballarena in Istanbuls Ausgehbezirk Besiktas. Quelle: dpa
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Istanbul

Nach Angaben von Innenminister Süleyman Soylu war kurz nach einem Fußballspiel zwischen den türkischen Erstligaclubs Besiktas und Bursaspor um 22.29 Uhr (Ortszeit, 20.29 Uhr MEZ) eine Autobombe vor der Vodafone Arena, dem Stadion von Besiktas, explodiert. Der Anschlag galt seinen Angaben zufolge einem Bus mit Polizisten, die das Fußballspiel abgesichert hatten. 45 Sekunden später habe sich im nahegelegenen Macka-Park ein Selbstmordattentäter in einer Gruppe Polizisten in die Luft gesprengt.

Erdogan spricht von "Terrorakt"

Fernsehbilder zeigten schwer beschädigte Polizeifahrzeuge sowie ein brennendes Auto und mehrere Rettungswagen. Nach Angaben von Augenzeugen gingen zudem mehrere Fenster von benachbarten Häusern zu Bruch. Die Polizei riegelte das gesamte Gebiet rund um die Vodafone Arena ab, die im Stadtteil Besiktas im europäischen Teil der Metropole liegt. Die Gegend zwischen dem Taksim-Platz und dem ehemaligen Sultanspalast Dolmabahce ist auch bei Touristen sehr beliebt.

Auch umstehende und vorbeifahrende Autos und Busse wurden durch die Detonation schwer beschädigt. Quelle: dpa

Bei den Anschlägen wurden mindestens 29 Menschen getötet. Zudem gebe es 166 Verletzte, sagte Innenminister Süleyman Soylu am Sonntag. Es gebe mehrere Festnahmen. Zunächst bekannte sich keine Organisation zu den Anschlägen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor bereits von Toten gesprochen. „Leider gab es Märtyrer und Verletzte“, sagte er. Der Präsident verurteilte die Tat nach Angaben der staatlichen Agentur Anadolu aufs Schärfste.

Erdogan sprach von einem „Terrorakt“, der sich gegen die türkischen Sicherheitskräfte und die Menschen in Besiktas gerichtet habe. Die zwei Explosionen unmittelbar nach dem Ende des Fußballspiels hätten offenbar möglichst viele Menschen töten sollen. Die Menschen in Istanbul hätten wieder einmal „das hässliche Gesicht des Terrorismus“ miterlebt, der „Werte und Moral mit Füßen tritt“.

Kurtulmus: Anschlag richtete sich gegen die Polizei

Nach Berichten türkischer Staatsmedien hielt Erdogan sich zum Zeitpunkt des Anschlags in seiner Istanbuler Residenz im Vorort Tarabya auf. Im Dolmabahce-Palast hat Regierungschef Binali Yildirim seine Istanbuler Büros.

Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus erklärte, der Anschlag habe sich ganz klar gegen die Polizei gerichtet. Auch Besiktas verurteilte den Anschlag. Nach Angaben des Fußballclubs gab es unter den Anhängern und Spielern beider Fußballclubs keine Verletzten.

In Istanbul hatte es in diesem Jahr schon mehrere schwere Anschläge gegeben, für die die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) oder deren Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) oder die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich gemacht wurden.

dpa/afp/RND/caro

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