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Panorama Tausende warten nach Lollapalooza auf S-Bahn – Besucher verletzt
Nachrichten Panorama Tausende warten nach Lollapalooza auf S-Bahn – Besucher verletzt
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11:51 10.09.2017
Bereits bei der Anreise hatte es am Sonnabend lange Wartezeiten gegeben. Quelle: dpa
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Hoppegarten

Nach dem Lollapalooza-Festival in Hoppegarten bei Berlin sind Tausende Menschen am S-Bahnhof in ein teils chaotisches Gedränge geraten. Nach Angaben des Veranstalters Tommy Nick erlitten in der Nacht zum Sonntag etwa 30 Festivalbesucher in dem dichten Gedränge Kreislaufprobleme und Schwächeanfälle. Sie seien von Sanitätern mit Wasser und Traubenzucker versorgt worden. Zwischenzeitlich sei der Bahnhof von der Polizei gesperrt worden, „weil es sonst zu einer Paniksituation hätte kommen können“, zitiert die „Märkische Allgemeine“ den Sprecher der Bundespolizei, Thorsten Peters.

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Mit Indie-Musik und Elektro lockt das Lollapalooza-Festival Zehntausende nach Hoppegarten bei Berlin. Mit dabei sind unter anderem Marteria, die Beatsteaks und Mumford & Sons.

Die Besucher stiegen bei der Abreise teilweise auf Busse um, weil die Kapazitäten der S-Bahn nicht ausreichten. Um 1 Uhr hatten nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn rund 3000 Menschen im oder vor dem S-Bahnhof gewartet. Trotz tausender Fahrgäste fuhr die S-Bahn nachts nur stündlich von Hoppegarten nach Berlin.

Veranstalter weist Vorwürfe zurück

Nick wies Vorwürfe zurück, der Veranstalter habe die Abreise möglicherweise mangelhaft organisiert. Nach Absprache mit der BVG und der Bahn „waren der S-Bahn-Takt von 20 Minuten auf 10 Minuten verdichtet und längere Züge eingesetzt worden“, sagte er. „Nach Aussage der S-Bahn konnte der Takt nicht weiter verdichtet werden, weil es nicht mehr Personal gab.“

Kreislaufprobleme oder Schwächeanfälle seien bei Veranstaltungen dieser Art nicht außergewöhnlich, meinte der Veranstalter. „Das passiert häufig bei solchen Festivals im Gedränge, wenn die Leute den ganzen Tag auf den Beinen waren und vielleicht etwas dehydriert sind“, sagte Nick. „Es gab da aber keine Paniksituationen.“

Die Polizeidirektion Ost bestätigte die Darstellung. Bei der Abreise von rund 3000 Festivalbesuchern sei es am S-Bahnhof Hoppegarten zu dichtem Gedränge gekommen, sagte ein Sprecher. „Es hat aber zu keinem Zeitpunkt eine bedrohliche Situation gegeben.“ Um überhaupt das Festival-Gelände verlassen zu können, mussten Besucher vor den Ausgängen teils mehr als eine Stunde im Gedränge warten.

Lange Wartezeiten bei der Anreise

Bereits die Anreise lief für viele Besucher alles andere als planmäßig, wie die „Märkische Allgemeine“ berichtet. Nicht nur die S-Bahnen Richtung Hoppegarten seien erwartungsgemäß rappelvoll. Auch die vom Veranstalter empfohlene Alternativroute mit der U-Bahn bis Elsterwerdaer Platz sei von Tausenden Menschen genutzt worden.

Wer für die Anreise auf das Auto setzte, hatte ebenfalls Pech, denn wegen einer Hells-Angels-Demo kam es zu zahlreichen Sperrungen.

Am Festivalgelände angekommen, mussten sich Besucher erneut in eine Warteschlange einreihen, denn auch am Einlass war es voll. Die Sicherheitsvorkehrungen sind wie bei mittlerweile allen Großveranstaltungen hoch. Erlaubt sind nur Beutel und Taschen mit maximal A4-Größe.

Von RND/MAZ/dpa

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