Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Südafrika erlaubt Export von Löwenskeletten
Nachrichten Panorama Südafrika erlaubt Export von Löwenskeletten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:08 29.06.2017
Die Zahl afrikanischer Löwen ist Tierschützern zufolge binnen der letzten 20 Jahre um 40 Prozent zurückgegangen. Quelle: dpa
Pretoria

Trotz scharfer Kritik von Tierschützern hat Südafrika den Export von bis zu 800 Löwenskeletten erlaubt. Der internationale Handel von einzelnen Knochen hingegen sei nicht zulässig, erklärte das Umweltministerium am Mittwoch. Die Erlaubnis bezieht sich demnach auch nur auf Skelette, die von in Gefangenschaft aufgewachsenen Löwen stammen. Damit soll sichergestellt werden, dass Wilderer nicht verstärkt in freier Wildbahn lebende Tiere töten.

Tierschützer fürchten Wilderei

Artenschützer fürchten jedoch um die bereits stark dezimierten Löwenbestände in Afrika. Die neue Regelung drohe, „der Wilderei von Löwen Tür und Tor zu öffnen“, erklärte Daniela Freyer von Pro Wildlife. „Immer wieder werden in Nationalparks und Gehegen gewilderte Löwen ohne Knochen oder mit fehlenden Körperteilen aufgefunden“. Die Regel, dass nur mit Skeletten von Löwen aus Zuchtfarmen gehandelt werden darf, ist Pro Wildlife zufolge kaum zu kontrollieren. „Es steht zu befürchten, dass Knochen gewilderter Tiere in den lukrativen Handel eingeschmuggelt werden“, hieß es.

Löwenknochen werden unter anderem in der traditionellen asiatischen Medizin als Ersatz für verbotene Tigerknochen eingesetzt. Südafrikas Umweltministerium vertritt die Ansicht, dass ein weiteres Verbot des Handels mit Skeletten von Zuchttieren zu mehr Wilderei führen würde. Die Zahl afrikanischer Löwen (Panthera leo) ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten um etwa 40 Prozent auf schätzungsweise 20 000 Tiere zurückgegangen. Zahlreiche Farmen in Südafrika züchten Löwen, oft nur um sie später von vermögenden Jägern erlegen zu lassen.

Die Begründung man gebe den Handel frei um den illegalen Handel mit Knochen wilder Löwen zu unterbinden nannte Freyer geradezu zynisch. Beim internationalen Cites-Abkommen sei beispielsweise der Handel mit Knochen gezüchteter Tiger schon lange geächtet, gerade weil er nachweislich dem illegalen Handel Vorschub leiste.

Von dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit seiner neuen Funktion „Snap Map“ sorgt das soziale Netzwerk Snapchat für viel Ärger. Denn die interaktive Karte überwacht die Nutzer und zeigt an, wo sie sind – und das für jeden sichtbar. Zwar ist die Teilnahme freiwillig, die ersten Beziehungen sollen aber schon in die Brüche gegangen sein.

29.06.2017

Das Ikea-Bett „Malm“ steht in Tausenden Schlafzimmern. Ein Designer aus Frankfurt ist aber überzeugt: Die Schweden haben die Idee für den Entwurf geklaut – von ihm. Vor dem Bundesgerichtshof erreicht der Designer einen Etappensieg.

29.06.2017

Eine Gasflasche mit Zündvorrichtung wurde am frühen Morgen vor einem McDonald’s in Berlin-Kreuzberg entdeckt. Das Gas wurde ins Gebäude geleitet. Um den Schnellimbiss gab es schon früher Streit.

29.06.2017