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Panorama Studentin erfindet ein Armband, das vor K.O.-Tropfen schützt
Nachrichten Panorama Studentin erfindet ein Armband, das vor K.O.-Tropfen schützt
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16:50 16.04.2019
Ein Getränk wird mit K.O.-Tropfen versetzt. Opfer, die die Mixtur trinken, werden willenlos und können sich später oft nicht an Geschehnisse erinnern. Quelle: dpa
Karlsruhe

Eine 17-Jährige wacht am Morgen nach einem Stadtfest in einem Karlsruher Park auf. Sie ist unbekleidet und erinnert sich weder daran, wie sie dort hin gekommen, noch was in der vergangenen Nacht passiert ist. Ein Test bringt Gewissheit: Im Körper der Jugendlichen kann man Gamma-Hydroxy-Butyrat (GHB) feststellen. Sie ist Opfer von K.O.-Tropfen geworden. Kim Eisenmann, eine Bekannte des Opfers hat jetzt einen Schnelltest für das Betäubungsmittel entwickelt – in Form eines Armbandes.

„Das war ein Ultra-Schock. Ich war auf dem selben Stadtfest. Für mich war das ein persönlicher Weckruf, denn man wird den Gedanken nicht los: Es hätte auch mir passieren können“, sagte Kim Eisenmann gegenüber Business Insider. Die 25-Jährige studiert Wirtschaftsingenieurwesen, kennt das Opfer und beginnt zu recherchieren. Recht schnell stellt sie fest: Es gibt zwar Testmethoden, mit denen sich K.O.-Tropfen in einem Getränk nachweisen lassen, aber kein marktreifes Produkt, das günstig und zuverlässig ermittelt, ob ein Getränk mit K.O.-Tropfen versetzt worden ist.

Durch zwei Testfeldern unbesorgt den Abend genießen

Mit einem Freund wendet sie sich an einen Chemiepartner, mit dem sie die bisher erfolgreichen Testmethoden partytauglich machen will. Sie entwickeln den ersten Prototypen: Ein Armband aus Papier – nachhaltig und hautverträglich. Zahlreiche Verbesserungen werden eingearbeitet und ein wissenschaftliches Institut beweist schließlich die zuverlässige Funktionsweise des Produktes. Auf diesem befinden sich zwei Testfelder. Träufelt man etwas Flüssigkeit auf eines der Testfelder, färbt dieses sich blau, wenn in dem Getränk K.O.-Tropen nachweisbar sind.

Im Moment lässt sich lediglich die Substanz GHB nachweisen. Bei anderen Substanzen schlägt das Armband noch nicht an. „Wir planen auf jeden Fall weiter. Aber Xantus ist kein Vollschutz gegen sämtliche Drogen, die dir ins Glas geschüttet werden könnten“, sagte Eisenmann dem Handelsblatt. GHB bot sich laut der Unternehmerin als zu testende Substanz an, weil es gängig, günstig und einfach zu beschaffen ist.

Abschreckende Wirkung des weißen Bandes

Darüber hinaus setzt Eisenmann auf die abschreckende Wirkung der Armbänder. „Das Armband ist weiß und durch das Schwarzlicht in den meisten Clubs strahlt es dann richtig. Das soll Täter im Vorfeld warnen“, so die 25-Jährige. Doch natürlich erhofft sich Eisenmann, dass im Falle der Nutzung auch die Straftat häufiger nachweisbar ist. Denn laut dem Bundeskriminalamt wurden 2017 gerade einmal 63 Fälle in den Zusammenhang mit der Droge gebracht. Die Dunkelziffer sei jedoch deutlich größer.

Mittlerweile hat Eisenmann es mit ihrem Produkt sogar in den Online-Shop der Drogeriemarktkette dm geschafft. dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, man richte sich bei der Sortimentsgestaltung nach den Kundenwünschen – und diese fänden das Produkt sehr ansprechend. „Das Xantus Drinkcheck Armband ist das erste Armband, mit dem man Getränke auf die bekanntesten K.O.-Tropfen testen kann. Zudem ist es einfach in der Handhabung“, so Bayer. Ob es demnächst auch im stationären Handel zu finden ist? „Wir werden die Nachfrage unserer Kunden beobachten und dann entscheiden, ob wir das Produkt auch in unseren dm-Märkten anbieten.“

Unternehmertalent schon unter Beweis gestellt

Dass Kim Eisenmann auch über das Armband hinaus ein großes Unternehmertalent ist, hat sie schon in der Sat.1-Show „Start Up“ unter Beweis stellen können. Dort präsentierte sie der Jury um Carsten Maschmeyer und den TV-Zuschauern den Flip-Pen – ein handtellergroßes Utensil, das Kugelschreiber, Textmarker und Spielzeug vereint. Diese Idee hat es mittlerweile auch zur Marktreife gebracht.

Von RND/Moritz Naumann

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