Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Studentenmassaker in Mexiko: Hauptverdächtiger gefasst
Nachrichten Panorama Studentenmassaker in Mexiko: Hauptverdächtiger gefasst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:55 18.09.2015
Angehörige der verschleppten Studenten mit Bildern ihrer Kinder.  Quelle: Mario Guzman
Mexiko-Stadt

Fast ein Jahr nach der Entführung und dem mutmaßlichen Mord an 43 Studenten in Mexiko ist einer der Hauptverdächtigen festgenommen worden.

Die Bundespolizei habe Gildardo López Astudillo alias "El Gil" in Taxco im Bundesstaat Guerrero gefasst, sagte der Nationale Sicherheitsbeauftragte Renato Sales. Bei der Festnahme sei kein Schuss gefallen.

Der mutmaßliche Regionalchef der kriminellen Organisation Guerreros Unidos hatte zuletzt immer wieder den Wohnort gewechselt. Nach einer längeren Observierung durch den Geheimdienst und die Polizei griffen die Beamten am Mittwoch zu. Gegen "El Gil" liegt ein Haftbefehl wegen organisierter Kriminalität und Entführung vor.

Örtliche Polizisten hatten die Studenten am 26. September vergangenen Jahres in der Stadt Iguala angegriffen und sie den Guerreros Unidos übergeben. Mehrere Bandenmitglieder räumten ein, die jungen Männer getötet und ihre Leichen verbrannt zu haben. Der Vorfall warf ein Schlaglicht auf die engen Kontakte zwischen Politik, Sicherheitskräften und organisiertem Verbrechen in Mexiko.

Mittlerweile sind 111 Verdächtige in Haft. Einige sagten aus, "El Gil" habe angeordnet, die Studenten auf einer Müllhalde bei Cocula zu töten und ihre Leichen zu verbrennen. Den Ermittlungen zufolge schrieb er dem Chef der Guerreros Unidos, Sidronio Casarrubias Salgado, zuvor eine Nachricht, bei den jungen Männern handele es sich um Mitglieder einer rivalisierenden Bande. Casarrubias Salgado ordnete daraufhin an, "das Territorium zu verteidigen".

Bislang sind erst zwei Opfer identifiziert. Experten der Universität Innsbruck ordneten in Cocula entdeckte Leichenteile zwei Studenten des Lehrerseminars Ayotzinapa zu. Die Angehörigen der jungen Männer glauben nicht an die offizielle Version der Ereignisse und fordern weitere Ermittlungen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seine Frau wollte ihn verlassen und zum christlichen Glauben übertreten: Deshalb soll ein Jeside in Lüneburg die 32-Jährige und ihre Freundin erstochen haben. Das Gericht hat nun die Höchststrafe verhängt.

17.09.2015

In Chile hat es so stark gebebt wie lange nicht mehr. Dank eines Frühwarnsystems konnten die Behörden aber schnell auf das Beben der Stärke 8,4 reagieren. In der betroffenen Region an der Küste beginnen die Aufräumarbeiten.

17.09.2015

Dramatischer Vorfall in Berlin-Spandau: Ein Mann greift eine Polizistin mit einem Messer an, Schüsse fallen. Am Abend geben die Behörden bekannt: Er war ein bekannter Islamist.

17.09.2015