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Panorama Stadt entfernt Zebrastreifen – Bürger malt ihn wieder auf die Straße
Nachrichten Panorama Stadt entfernt Zebrastreifen – Bürger malt ihn wieder auf die Straße
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13:41 08.04.2019
Jürgen Frederich (61) ärgert sich, dass der Zebrastreifen von der Stadt entfernt wurde. Unbekannte haben die Streifen inzwischen in Rosa neu gemalt. Quelle: Cosima Künzel
Schlutup

Dass die Verwaltung im Lübecker Stadtteil Schlutup einen Zebrastreifen entfernt hat, wollten Bürger so offenbar nicht hinnehmen – und malten selbst neue Streifen auf die Straße, berichten die „Lübecker Nachrichten“. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

Dass die Querungshilfe wichtig ist, daran haben viele Anwohner keinen Zweifel: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Stadt den Zebrastreifen entfernt hat“, sagt Jürgen Frederich (61). „Gerade für Kinder und alte Menschen ist er sehr wichtig.“ Laut Frederich nutzen viele Schüler die Querungsmöglichkeit, das gelte auch für Senioren.

Lisbeth Wende (89) bestätigt das. Gerade ist sie mit ihrem Gehwagen aus dem Linienbus gestiegen und mit drei weiteren Seniorinnen über die Straße gegangen. Sie bewegt sich langsam, braucht lange, die Autos rauschen vorbei. „Für uns ist das gefährlich ohne den Zebrastreifen“, sagt sie, „die verantwortlichen Leute vergessen immer, dass es auch alte Menschen und Kinder gibt.“

Fußgängerüberweg besteht seit Grenzöffnung

Laut Pressestelle der Stadt Lübeck wurden die Fußgängerüberwege nach Öffnung der innerdeutschen Grenze aufgrund des starken Durchgangsverkehrs durch die Straßenverkehrsbehörde angeordnet. „Schon damals wurde darauf verwiesen, dass diese nur bis zur Fertigstellung der neuen Umgehungsstraße B 104 Bestand haben würden“, erklärt Sprecherin Nicole Dorel.

Nach Fertigstellung der Umgehungsstraße habe man die Überwege nicht sofort entfernt, sondern zunächst deren Notwendigkeit überprüft. Dabei wurde eine Tabelle verwendet, die aufliste, bei welchem Verkehrs- und Fußgängeraufkommen ein Überweg empfohlen werde. Fazit der Stadt: „Es haben an den vorhandenen Fußgängerüberwegen Zählungen stattgefunden. Zu keiner Zeit wurde die Mindestquerungszahl von 50 Fußgängern erreicht, so dass es keine Möglichkeit gibt, die Fußgängerüberwege dort zu belassen.“

Investitionen wären nötig gewesen

Jürgen Frederich kann das nicht nachvollziehen. „Und wenn hier morgens nur zehn Schulkinder über die Straße müssen? Ist deren Sicherheit nicht wichtig?“, fragt er. Anderswo würden extra Zebrastreifen eingerichtet, um Kindern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. „Hier hätte man doch einfach alles so belassen können.“

Die Stadt verneint. Alle drei Fußgängerüberwege entsprächen hinsichtlich der Beleuchtung nicht den Richtlinien, so Dorel. Es seien Investitionen von 8000 bis 10.000 Euro erforderlich gewesen. „Dieses entspräche einer Neuanlage von Fußgängerüberwegen ohne rechtlichen Grund.“ Vor diesem Hintergrund habe man sie entfernt.

Als Frederich das Fehlen bemerkte, habe er zunächst nicht aktiv werden wollen. „Doch als plötzlich die weiß-rosa Streifen auf der Straße waren, wurde mir klar: Den Leuten geht es ähnlich.“ Inzwischen habe er mit vielen Schlutupern über das Thema gesprochen. „Alle wünschen sich den Zebrastreifen zurück.“

Von Cosima Künzel/RND

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