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Panorama "FERTIG" der Elbphilharmonie sorgt für Spott
Nachrichten Panorama "FERTIG" der Elbphilharmonie sorgt für Spott
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07:03 01.11.2016
An der Fassade des gläsernen Elbphilharmonie im Hamburger Hafen war am Montagabend in riesigen Buchstaben das Wort „FERTIG“ zu lesen  Quelle: dpa
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Hamburg

 Die Elbphilharmonie in Hamburg ist fertig - rund neuneinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung. Der Baukonzern Hochtief übergab das Konzerthaus am Montag offiziell an die Stadt. „Hamburg hat mit der Elbphilharmonie ein beeindruckendes Gebäude bekommen, dessen Architektur schon heute nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken ist“, erklärte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD).

Spott für „Fertig“-Lichter

Hochtief feierte die Schlüsselübergabe mit einer besonderen Aktion: Auf der Fassade des gläsernen Baus am Hafen wurden die Lichter am Montagabend so eingeschaltet, dass in riesigen Buchstaben das Wort „FERTIG“ zu lesen war.

In den sozialen Netzwerken verballhornten einige Nutzer die Lichtbuchstaben. Im Mittelpunkt: Kritik an der langen Bauzeit und der Kostenexplosion, die ein Nutzer an den Flughafen Berlin (BER) erinnert.

Die NDR-Satire-Sendung „extra3“ hätte dagegen gerne ein anderes Wort an der Fassade gelesen.

Der offizielle Festakt folgt am Freitag. Dann soll die Plaza der Elbphilharmonie - eine Aussichtsplattform zwischen dem historischen Kaispeicher und dem gläsernen Neubau - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Außerdem nehmen Gastronomie und Hotel den Betrieb auf.

Bis zum ersten Mal offiziell in der Elbphilharmonie Musik gehört werden kann, dauert es noch: Die Eröffnungskonzerte in dem neuen Konzerthaus am Hafen sind für den 11. und 12. Januar 2017 vorgesehen.

Kosten steigen von 77 auf 789 Millionen

 Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust (CDU) nutzte die Schlüsselübergabe, um die Grundidee für das Konzerthaus noch einmal für sich zu reklamieren und gleichzeitig Fehler bei der Umsetzung einzuräumen. Die Baukosten waren von anfangs erwarteten 77 Millionen auf inzwischen 789 Millionen Euro gestiegen.

Am Tag der Fertigstellung war Hamburgs Konzerthaus in Nebel gehüllt. Quelle: dpa

 Ex-Bürgermeister von Beust sagte, Hamburg werde einen der besten Konzertsäle der Welt haben. Allerdings hätte er sich noch mehr gefreut, „wenn das schneller und billiger geworden wäre“. Die Entscheidung für den Bau der Elbphilharmonie nannte er weiter gut. „Unterm Strich glaube ich (...), dass der Plan aufgegangen ist, für Hamburg ein Bauwerk zu schaffen (...), das internationale Aufmerksamkeit hat, das die Leute begeistert.“

Die massiven Kostensteigerungen begründete von Beust mit einer fehlenden Detailplanung und dem Druck der Öffentlichkeit. „Der Hauptfehler ist aus meiner Sicht gewesen, dass am Anfang die Planungstiefe nicht da war“, sagte er. Es hätten damals aber alle mitgetragen.

Von Beust sieht noch Ergänzungsbedarf

 Von Beust brachte auch den in der Vergangenheit aus Kostengründen verworfenen Skywalk - eine Glasröhre mit Laufbändern vom Baumwall zum Konzerthaus - wieder ins Spiel. „In der Zwischenzeit, glaube ich, ist die Akzeptanz und Aufgeklärtheit so, dass man hier dringend ran muss“, sagte der 61-Jährige, der in Hamburg von 2001 bis 2010 regierte.

Von dpa/RND/zys

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