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Panorama Zahl der Badeunfälle steigt stark an
Nachrichten Panorama Zahl der Badeunfälle steigt stark an
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17:55 08.08.2018
Rettungsschwimmer der DLRG überwachen in einem Boot den Badebetrieb in einem Badesee. Quelle: Thomas Warnack/dpa
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Hannover

Bei weiterhin gutem Wetter sind Badeseen, Flüsse und Meere äußerst beliebt. Doch leider werden Urlauber wie Einheimische mit steigenden Temperaturen zusehends leichtsinniger. Die größten Gefahren beim Baden lauern dabei nach DLRG-Angaben nicht an den Küsten, sondern im Binnenland. Dort ertrinken die meisten Menschen an ungesicherten Badestellen an Flüssen, Seen und Kanälen.

So kamen bei Badeunfällen in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben der Wasserschutzpolizei in diesem Jahr bislang schon 20 Menschen ums Leben. Zuletzt starben am Dienstag bei zwei Vorfällen bei großer Hitze in Vorpommern zwei Urlauber, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch in Rostock erklärte. Im Vorjahr hatte die Wasserschutzpolizei - auch wegen des verregneten Sommers - nur elf Tote bei Badeunfällen registriert.

Am Dienstag war auf dem Stettiner Haff bei Ueckermünde, ebenfalls Mecklenburg-Vorpommern, ein Urlauber aus Baden-Württemberg mit einer Luftmatratze unterwegs. Plötzlich habe dieser um Hilfe gerufen. Andere Badegäste zogen den Mann an Land, wo er bewusstlos wurde. Trotz Versuchen, den Mann wiederzubeleben, konnte der Notarzt nur noch den Tod feststellen. Die Todesursache ist noch unklar.

Ein Rentner aus Potsdam kam beim Baden in der Ostsee im Südosten der Insel Rügen ums Leben. Der 78-Jährige war von Badegästen leblos bei Lobbe nahe Mönchgut im Wasser treibend geborgen worden. Mehrere Versuche von Rettungskräften, den Mann wiederzubeleben, scheiterten. Der Urlauber starb noch im Rettungswagen. Die genaue Todesursache ist ebenfalls noch ungeklärt.

Binnengewässer gefährlicher als offenes Meer

Auch in Niedersachsen hat es Tote bei Badeunfällen gegeben. Am Sonntag kamen im Landkreis Aurich zwei Menschen beim Schwimmen ums Leben. Die beiden Unfälle ereigneten sich in Kiesseen, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Zunächst hatten Badegäste am Vormittag die Rettungskräfte in Aurich alarmiert, nachdem sie einen leblos im Wasser treibenden Mann entdeckt hatten. Der 85-Jährige konnte nur noch tot geborgen werden. Am Abend wurden die Retter dann zu einem Einsatz an einem Kiessee in Berumbur gerufen, dort wurde einen Frau vermisst. Die 77-Jährige wurde kurz darauf von Badegästen aus dem Wasser geholt, sie starb wenig später im Krankenhaus.

In Niedersachsen gab es in diesem Jahr mehr Badetote als im vergangenen Sommer. „Bislang sind bereits mindestens 45 Menschen ertrunken, 2017 waren es bis Ende Juli 34“, sagte Nico Reiners vom Landesverband Niedersachsen der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG). In Hannover sind bisher fünf Menschen ertrunken. In Bremen wurden nach Reiners Angaben bisher fünf tödliche Unfälle bekannt.

Bei vielen weiteren Unfällen konnten bereits Bewusstlose wiederbelebt werden. So musste am Samstag ein Vierjähriger im Landkreis Osnabrück reanimiert werden. Er war bewusstlos im Sprungturmbecken eines Freibads in Melle entdeckt worden. In Bremen wurde am Samstag ein acht Jahre altes Mädchen reanimiert. Angehörige hatten das Kind vermisst. Der sofort alarmierte Schwimmmeister konnte das auf dem Grund liegende Mädchen retten.

Eine 15-Jährige wurde ebenfalls in Bremen Anfang August Opfer eines Badeunfalls. Einen Tag später sei das Mädchen ihren Verletzungen in einem Krankenhaus erlegen, teilte die Polizei mit. Sie und eine 16 Jahre alten Freundin hatten im Sodenmattsee im Bremer Stadtteil Huchting gebadet und waren untergegangen. Die Mädchen waren Nichtschwimmerinnen, wie „Radio Bremen“ berichtete. Im Vorjahr kamen im kleinsten Bundesland zwei Menschen im Wasser ums Leben.

Zwei Nicht-Schwimmer in Schleswig-Holstein ertrunken

Beim Baden in der Ostsee bei Haffkrug im Kreis Ostholstein ertranken am Sonnabend, 4. August, zwei Männer. Ein 17-jähriger Hamburger ging auf dem Weg zu einer etwa 100 Meter vom Strand entfernten Badeplattform unter, wie die Polizei am folgenden Montag mitteilte. Der Jugendliche und sein 19 Jahre alter Begleiter hatten zu spät bemerkt, dass das Wasser kurz vor der Badeinsel tiefer wurde. Beide Männer konnten nach Angaben der Polizei nicht schwimmen. Der 19-Jährige wurde von Badegästen aus dem Wasser gezogen, für den 17-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Der zweite Badetote wurde am selben Sonnabendnachmittag von einem Surfer entdeckt. Er zog den mit dem Gesicht nach unten auf dem Wasser treibenden Mann zusammen mit einer Helferin auf sein Surfbrett und brachte ihn an Land. Dort wurde der 38 Jahre alte Mann – ebenfalls aus Hamburg – zunächst reanimiert. Er starb jedoch auf dem Weg ins Krankenhaus.

In Bayern sind vor allem ältere Schwimmer betroffen

Unter den Badetoten in Bayern sind in diesem Jahr besonders viele ältere Schwimmer. Fast die Hälfte aller Menschen, die beim Baden ums Leben kamen, seien älter als 65 Jahre, sagte am Montag der Landesgeschäftsführer der DLRG, Volker Härdtl.

Am Montag entdeckten Frühschwimmer im Ettwieser Weiher bei Marktoberdorf im Ostallgäu die Leiche eines 79-Jährigen. Die Polizei vermutet, dass er am Sonntagabend zum Schwimmen in den See gegangen war. Am Sonntag starb eine 80-Jährige, die leblos aus dem Happinger See bei Rosenheim gezogen worden war. Im Tegernsee war ein 67 Jahre alter Schwimmer am Freitag ums Leben gekommen. Seit Anfang des Jahres zählte die DLRG in Bayern rund 55 Badetote. Mindestens 25 Verunglückte waren älter als 65 Jahre.

Von Frida Kammerer/RND/dpa

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