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Panorama Sharon Stone: „Das Schlimmste war das Stottern“
Nachrichten Panorama Sharon Stone: „Das Schlimmste war das Stottern“
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17:21 17.01.2018
Schauspielerin Sharon Stone. Quelle: dpa
Los Angeles

Alle reden vom Sex-Skandal in Hollywood, nur nicht Sharon Stone. Bis jetzt. Im Interview bedurfte es nur einer Frage zur „#MeToo“-Bewegung und die 59-Jährige machte sich Luft.

Waren Sie jemals Opfer von sexueller Belästigung?

Was glauben Sie denn? Ich bin seit 40 Jahren im Geschäft. Können Sie sich vorstellen wie das vor 40 Jahren war wenn Sie so aussehen wie ich?

Reden Sie sich Ihren Frust von der Seele.

Ich bin happy, dass Frauen sich endlich trauen, über ihr Schicksal öffentlich zu reden. Denn es ist wichtig, dass Fehlverhalten Konsequenzen hat. Allerdings ist es fraglich, ob eine Verurteilung in den Medien das Richtige ist. Wir Frauen dürfen uns nicht manipulieren lassen, nur noch in schwarz weiß zu denken.

Sharon Stone als Catherine Tramell in „Basic Instinct 2“ Quelle: picture alliance

Glauben Sie, dass sich die Situation für Frauen in Hollywood in Zukunft verbessern wird?

Seien wir doch mal ehrlich: Wenn wir wirklich etwas ändern wollen, dann müssen wir unsere jungen Männer und Frauen schon im Highschool-Alter beibringen, wie man respektvoll miteinander umgeht. Und was falsch oder richtig dabei ist. Das ist meine Meinung, die Meinung einer einzelnen Frau.

Sie sind Mutter von drei Söhnen, Roan, Laird und Quinn. Wie sprechen Sie mit denen über Dinge wie den Umgang mit Frauen?

Ich bin sehr direkt und offen. Ich beantworte alle Fragen, die sie haben. Wenn mein 17-Jähriger meine Meinung zu einem One Night Stand haben will, dann sage ich ihm, dass du nach dem Sex den Partner unbedingt am nächsten Tag kontaktieren musst. Und nicht nur per SMS oder Email. Du hast ihn gefälligst anzurufen, dich für die nette Nacht zu bedanken und dann ehrlich zu sagen, ob du ihn wieder sehen willst oder nicht. Und ich sage ihnen, dass sie immer Kondome benutzen sollen.

„Ich bin entsetzt, wenn ich erfahre, was schon alles abgeht“

Ist das bei Laird mit 12 und Quinn mit 11 Jahren nicht noch etwas früh?

Haben Sie eine Ahnung! Ich bin immer entsetzt, wenn ich erfahre, was schon alles in deren Alter bei Partys und in der Schule abgeht. Und dann machen Snapchat-Videos von halbnackten Girls, die grade im Teenie-Alter sind, die Runde. Ich kann als Mutter nur an andere Eltern appellieren: Kontrolliert was eure Kinder auf dem Handy alles versenden.

Sie haben sich in der letzten Zeit in Hollywood rar gemacht. Warum?

Ich wollte mir einfach Zeit für meine Kinder nehmen. Aber jetzt starte ich wieder voll durch. Ich habe mir einen neuen Agenten zugelegt und habe den Vertrag für eine TV-Miniserie unterschrieben und für einen Kinofilm, in dem ich eine Drogen-Baronin spiele.

Sie haben in Ihrer Karriere über Jahrzehnte hinweg viel erreicht und gelten als sehr starke, selbstbewusste Frau. Haben Sie trotzdem auch mit Unsicherheiten zu kämpfen?

Natürlich, so wie jeder Mensch. Und egal wie viel man erreicht hat, jeder versucht sich weiterhin zu beweisen. Weil wir alle nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen werden wollen.

Was hat sich in den letzten vier Jahrzehnten in Ihrem Business am meisten verändert?

Der Stellenwert des Fernsehens. Und überhaupt wie man heutzutage TV-Serien schauen kann. Früher gab es einen Fernseher. Heute kannst du Serien sogar als App auf deinem Mobiltelefon schauen. Mir persönlich ist ein Handy ein wenig zu klein als Bildschirm. Ich brauch dann mindestens ein iPad, um gut sehen zu können.

„Meine Überlebenschance lag bei fünf Prozent“

Wenn man Sie sieht ist es unglaublich, dass Sie im März 60 werden.

Ich bin glücklich, dass ich so alt werden darf. Ich hatte nach meinem Schlaganfall neun Tage Hirnblutungen. Meine Überlebenschance lag bei fünf Prozent. Und es war eigentlich ausgeschlossen, dass ich all meine Körperfunktionen wieder erlangen würde. Als ich nach Hause entlassen wurde, konnte ich nur unter größten Schwierigkeiten laufen. Ich konnte auf dem linken Augen nicht sehen und auf dem linken Ohr nicht hören. Die rechte Arterie, die das Hirn mit Blut versorgt, war mit einer solchen Wucht gerissen, dass der Blutschwall meine Nerven zum Ohr und Augen schädigte.

Wie lange haben Sie die Folgen noch gespürt?

Jahrelang. Immer wieder wurde ich auf der linken Seite plötzlich blind. Und auch mein Gefühl im linke Bein kam erst nach vielen Monaten zurück. Und dann leider in einer Form, die sehr schmerzhaft war. Als würde mir jemand ein Messer in den Oberschenkel stechen. Ich musste wieder sprechen lernen. Es hat drei Jahre gebraucht, bis ich meinen Namen wieder schreiben konnte. Das Schlimmste war, dass ich plötzlich gestottert habe und es nicht wegbekam.

Haben Sie Angst, noch mal einen Schlaganfall zu erleiden?

Nein, obwohl meine Oma daran gestorben ist und meine Mutter auch grade einen kleinen Hirnschlag hatte. Ich habe einen niedrigen Blutdruck und einen niedrigen Cholesterinspiegel. Ich lebe gesund und ich weigere mich, auf Dinge die ich liebe, zu verzichten.

Von Dierk Sindermann/RND

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