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Panorama Selfieccino – das Porträt in der Tasse
Nachrichten Panorama Selfieccino – das Porträt in der Tasse
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21:22 09.05.2018
Selfieccino – der neue Fototrend für den individuellen Cappuccino. Quelle: The Tea Terrace
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London

Ein wenig lustig finden es die drei jungen Frauen ja schon, wie sie an ihrem eigenen Antlitz schlürfen. Sie kichern, schießen Fotos mit ihren Handykameras und posieren mit Cappuccino in der Hand. Auf dessen Schaum ist jeweils ihr Gesicht abgebildet. Und nur dafür kamen die US-amerikanischen Touristinnen an diesem Nachmittag in das Londoner Café „The Tea Terrace“, das im Obergeschoss des Kaufhauses „House of Fraser“ auf der Einkaufsmeile Oxford Street untergebracht ist.

Per High-Tech-Drucker in die Tasse

Hier gab es europaweit den ersten sogenannten Selfieccino zu bestellen, mittlerweile wird er auch in zwei weiteren Zweigstellen angeboten. Kaffeekunst 2.0 sozusagen, die ganz einfach funktioniert: Kunden schicken per Nachrichtendienst Whatsapp ein Foto von sich an den Barista, der das Bild dann auf einer speziellen Maschine hochlädt. Innerhalb von wenigen Minuten zaubert der High-Tech-Drucker mithilfe von geschmacksneutraler Lebensmittelfarbe das verblüffend realitätsgetreue Selfie auf den Milchschaum des Kaffees oder der heißen Schokolade.

Umsatz um 30 Prozent gestiegen

Und das kommt an: Der Umsatz stieg seit Einführung im Dezember 2017 laut Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent. Insbesondere an Wochenenden bilden sich lange Schlangen von jungen Menschen, die ihr personalisiertes Heißgetränk dann sofort auf Instagram, Snapchat oder Facebook präsentieren – Hashtag „Selfieccino“. Bis zu 110 der Getränke mit dem besonderen Schaum werden pro Tag kreiert. „Ist London verrückt geworden?“, fragte derweil die Hauszeitung der Hauptstadt, der „Evening Standard“. Keineswegs, findet der Geschäftsführer von „The Tea Terrace“, Ehab Shouly. Für Restaurants reiche es nicht länger, großartige Mahlzeiten und ebensolchen Service anzubieten, das wird ohnehin als gegeben erwartet, erklärt er.

Soziale Medien verändern Konsumverhalten

Durch die sozialen Medien habe sich das Ess- und Trinkerlebnis völlig verändert. „Heutzutage wollen Kunden etwas Einzigartiges erfahren, das es wert ist, auf Instagram oder anderen sozialen Medien gepostet zu werden.“ Mit dem Selfieccino könnten Leute vor ihren Freunden prahlen, da es solch ein Getränk nicht überall gebe. Das Angebot richtet sich vor allem an die sogenannten Millennials, jene Generation zwischen 20 und 35 Jahren, die laut Shouly mehr als die Hälfte der Klientel ausmachen und besonders gerne Fotos aus Restaurants und Cafés mit ihrer Online-Anhängerschaft teilen.

Porträts auch vom Lieblingshund – als Puppyccino

Der neue Trend hat mittlerweile so hohe Wellen geschlagen, dass andere Lokale in Irland, auf dem Kontinent und im Nahen Osten bei „The Tea Terrace“ anfragen, um die ursprünglich aus Japan stammende Technologie zu übernehmen. Natürlich müssen es nicht unbedingt Gesichter sein, die vom Milchschaum lächeln. Einige Kunden bevorzugen etwa Fotos ihrer Hunde für die Kaffeezierde und gaben ihrem individuellen Getränk dann auch einen angepassten Namen: Puppyccino. Der stolze Preis ist derweil derselbe: 5,95 Pfund, umgerechnet 6,80 Euro, kostet die Erfahrung, das schaumige eigene Gesicht oder das Haustier vom Kaffee zu löffeln.

Von Katrin Pribyl/RND

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