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Panorama Schweres Erdbeben erschüttert Mittelitalien
Nachrichten Panorama Schweres Erdbeben erschüttert Mittelitalien
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12:44 30.10.2016
Ein schweres Erdbeben hat Mittelitalien erschüttert. Quelle: dpa
Rom

Bei dem schweren Erdbeben in Mittelitalien sind nach ersten Informationen des Zivilschutzes einige Dutzend Menschen verletzt worden. Unter ihnen sei auch ein Mensch mit schwereren Verletzungen, sagte Zivilschutz-Chef Fabrizio Curcio laut Nachrichtenagentur Ansa am Sonntagvormittag in einer ersten Bilanz. Die Verletzten würden mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht.

Auch schwere Schäden wurden gemeldet: „Es war ein sehr starker Erdstoß“, sagte der Cesare Spuri vom Zivilschutz in den Marken. „Uns wurden Einstürze in Muccia, Tolentino (...) gemeldet, wir versuchen herauszufinden, ob es Menschen unter den Trümmern gibt.“

Das Helmholtz-Zentrum in Potsdam gab die Stärke am Sonntagmorgen mit 6,5 an, das Zentrum lag demnach südöstlich von Perugia. Das Beben ereignete sich gegen 7.40 Uhr, laut den Experten in etwa 10 Kilometern Tiefe. Das erneute Erdbeben ist eines der stärksten, die je in Italien gemessen wurden. Das sagte der Seismologe Frederik Tilmann vom Deutschen Geoforschungsinstitut in Potsdam.

Nahverkehr in Rom gestoppt

Auch in Rom war die Erschütterung deutlich zu spüren. Dort sind vorübergehend die zwei zentralen Metrolinien A und B in der Hauptstadt gestoppt worden. Es gebe technische Überprüfungen nach dem Beben um 7.40 Uhr, war auf der Internetseite der Verkehrsgesellschaft Atac zu lesen. Den Angaben zufolge gab es auch Verzögerungen im Zugverkehr.

Der Bürgermeister der Gemeinde Ussita berichtete der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ von der Katastrophe. Alles um ihn herum sei zusammengebrochen, Rauchsäulen seien aufgestiegen. „Ich habe die Hölle gesehen“, schilderte Marco Rinaldi die Situation weiter.

In Norcia wurde nach einem Bericht des italienischen Fernsehens die Benedikts-Basilika teilweise zerstört. Das Gotteshaus ist dem Heiligen Benedikt gewidmet, dem aus Norcia stammenden Gründer des Benediktinerordens. Auf Bildern des Senders Sky News 24 waren Mönche zu sehen, die vor einer Statue des Heiligen Benedikt zum Gebet niederknieten.

Das Beben vom Sonntagmorgen suchte auch die Städte Castelsantangelo, Preci und Visso heim. Die meisten Einwohner hatten ihre Wohnungen bereits nach den vorausgegangenen Erdbeben verlassen, sie übernachteten in ihren Autos oder an der Küste.

Ein schweres Erdbeben hat Mittelitalien erschüttert. Quelle: USGS

Drittes Erdbeben in wenigen Tagen

Erst am Mittwochabend hatten zwei starke Erdschöße die Region erschüttert, die bereits vor zwei Monaten von einem verheerenden Beben heimgesucht worden war. Ein Mann starb, allerdings an den Folgen eines Herzinfarktes. Es gab mehrere Verletzte, Tausende sind obdachlos. Seither hatte es immer wieder leichte und schwere Nachbeben gegeben.

Bei dem schweren Erdbeben Ende August kamen nach offiziellen Angaben 298 Menschen ums Leben, die meisten in dem Ort Amatrice. Die italienische Regierung schätzte die Erdbebenschäden zuletzt auf rund vier Milliarden Euro. Das Land wird häufig von Erdstößen heimgesucht, die immer wieder verheerende Folgen haben.

Von RND/dpa/afp/are

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