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Panorama Schweden liefert den „Lasermann“ nach Deutschland aus
Nachrichten Panorama Schweden liefert den „Lasermann“ nach Deutschland aus
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21:41 15.12.2016
John Ausonius 1995 vor Gericht in Stockholm. Quelle: dpa
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Stockholm

Ein als Lasermann bekannter Schwede, der vor 24 Jahren eine Frankfurter Garderobenfrau getötet haben soll, wird nach Deutschland ausgeliefert. Ein schwedisches Gericht gab am Donnerstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt statt.

Zeugen identifizieren Ausonius

Der 63-jährige John Ausonius, geboren als Sohn einer deutschen Mutter und eines schweizerischen Vaters in Schweden, ist seit 1996 der Hauptverdächtige im Mordfall Blanka Zmigrod. Die 68-Jährige war am 23. Februar 1992 in Frankfurt durch einen Kopfschuss getötet worden.

Mehrere Zeugen sollen Ausonius, mit bürgerlichem Namen Wolfgang Alexander Zaugg, als Täter identifiziert haben. Er soll das Opfer beschuldigt haben, ihm einige Tage zuvor seinen elektronischen Terminkalender entwendet zu haben. Ausonius bestreitet die Tat. 

Das Gericht in Södertorn südlich von Stockholm erklärte nun, die Auslieferung müsse innerhalb von zehn Tagen nach Inkrafttreten des Urteils erfolgen. Sollte Ausonius in Deutschland verurteilt werden, müsse er die Strafe in Schweden verbüßen.    

Rassistischer Serientäter

Ausonius' Festnahme in Schweden erfolgte im Juni 1992. Er wurde später für schuldig befunden, zwischen August 1991 und Januar 1992 in Schweden auf insgesamt elf Menschen mit Migrationshintergrund geschossen zu haben. Ein Opfer wurde getötet, die anderen überlebten schwer verletzt.

Ausonius  benutzte in mehreren Fällen ein Gewehr mit Laser-Zielvorrichtung, was ihm in den schwedischen Medien die Bezeichnung „Lasermannen“ (Lasermann) eintrug. Er wurde 1995 endgültig zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz wies 2012 auf Parallelen zwischen der Neonazigruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) und dem rassistischen Serientäter Ausonius hin.

Finanzierte sich durch Banküberfälle

Auch dieser hatte  vorher keinen persönlichen Bezug zu den Opfern und finanzierte sich wie später auch der NSU durch Banküberfälle. Der NSU-Gruppe wird unter anderem die Ermordung von neun Migranten und einer Polizistin zwischen 2000 und 2007 zur Last gelegt.

Von RND/afp

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