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Panorama Schüsse in Disco - Ermittler werten Videos aus
Nachrichten Panorama Schüsse in Disco - Ermittler werten Videos aus
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19:32 02.08.2017
Am Tatort wurden mindestens 24 Patronenhülsen gefunden. Quelle: dpa
Konstanz

Die akribische Spurensuche nach der Bluttat an einer Konstanzer Diskothek geht weiter. Nach Angaben der Polizei gab der Todesschütze am Wochenende mehr als 20 Schüsse ab. Am Tatort seien mindestens 24 Patronenhülsen des Mannes gefunden worden, sagte ein Sprecher am Mittwoch. In welche Richtung er gezielt habe, sei aber noch unklar.

Tathergang rekonstruiert

Der 34-Jährige hatte in der Nacht zum Sonntag mit einem US-Sturmgewehr an dem Tanzlokal „Grey“ im Konstanzer Industriegebiet um sich geschossen. Dabei wurde ein Türsteher getötet, drei weitere Menschen wurden schwer und sieben leicht verletzt. Der Täter starb nach einem Schusswechsel mit der Polizei später im Krankenhaus.

Anhand von Videomaterial aus dem Club konnten die Ermittler den Tathergang inzwischen zumindest teilweise rekonstruieren. Demnach gab der 34-Jährige bereits nach dem Aussteigen aus einem Taxi erste Schüsse im Freien ab. Anschließend habe er die Disco durch den Haupteingang betreten und sei im Vorraum im Bereich der Kassen und im Foyer gewesen, hieß es bei den Beamten weiter. Ob der Mann noch weitere Räume betreten habe, sei noch nicht bekannt. Dazu müsse weiteres Material ausgewertet werden. Auch zur Herkunft der Waffe gibt es nach Angaben des Sprechers noch keine Erkenntnisse.

Kein Terror-Hintergrund

Der Mann irakisch-kurdischer Herkunft war als Kind im Jahr 1991 nach Deutschland gekommen. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei handelte er als Einzeltäter, einen Terror-Hintergrund gibt es den Behörden zufolge nicht. Die Beamten gehen von einem privaten Hintergrund aus - der Schwager des Todesschützen leitete den Konstanzer Club „Grey“ vor Ort für eine Gesellschaft. Der Mann sei inzwischen freigestellt und werde auch nicht mehr in die Diskothek zurückkehren, sagte der Betreiber am Dienstag.

Schütze war vorbestraft

Der Schütze war unter anderem wegen Körperverletzung und Drogendelikten vorbestraft. Eine Obduktion soll klären, ob der Mann unter Drogen stand. Ergebnisse dazu stünden noch aus, sagte der Sprecher. Auch die Leiche des bei der Schießerei getöteten Türstehers wurde untersucht. Zum Opfer würden wegen der Persönlichkeitsrechte keine Angaben gemacht, sagte ein Sprecher der Polizei.

Von RND/dpa