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Panorama „Schönste Pilotin der Welt“ gibt auf
Nachrichten Panorama „Schönste Pilotin der Welt“ gibt auf
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19:56 26.12.2016
Fürchtet um ihr Leben: Niloofar Rahmani. Quelle: imago
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Kabul

Afghanistans erste Luftwaffenpilotin seit Jahrzehnten sollte Beweis für die neue Freiheit für Frauen nach den Taliban sein. Warum gibt Niloofar Rahmani jetzt auf?

Afghanistans gefeierte erste Luftwaffenpilotin seit Jahrzehnten hat um Asyl in den USA ersucht. Niloofar Rahmani (25) habe gerade ein 15-monatiges Training in den USA absolviert und weigere sich nun, nach Afghanistan zurückzukehren, berichteten US-Medien. Sie habe schon im Sommer Asyl beantragt.

Quelle: imago

Die Rede ist von Todesdrohungen der radikalislamischen Taliban – aber auch aus Rahmanis eigener Familie. Mit ihrer unkonventionellen Arbeit beschäme sie die Familie. Rahmani fürchte nun um ihr Leben. Der „New York Times“ sagte Rahmani, ihre männlichen Kollegen bei der Luftwaffe behandelten sie schlecht. „Die Dinge verändern sich nicht zum Besseren in Afghanistan“, sagte sie. „Die Dinge werden schlimmer und schlimmer.“

Familie musste schon mehrmals umziehen

Schon im vergangenen Jahr hatten afghanische Medien berichtet, dass Unbekannte Niloofar Rahmanis Bruder angegriffen hatten. Die Familie musste seither offenbar mehrmals umziehen, um sich zu schützen.

Die afghanische Regierung reagierte heftig auf Rahmanis Weigerung zurückzukommen. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Mohammed Radmanisch, sagte, Rahmani habe die Drohungen gegen sie nur erfunden, um Asyl beantragen zu können. „Hätte sie wirklich Probleme gehabt, hätte sie sich bei zahlreichen Stellen beschweren können.“ Er sagte, Rahmani sei eine Schande. Ein Offizier müsse Tapferkeit im Angesicht des Feindes zeigen und dürfe nicht davonrennen.

Internationales Symbol für die neue Freiheit von Frauen

Die Pilotin war in Afghanistan und international als Symbol für die neue Freiheit von Frauen in der Zeit nach der Taliban-Herrschaft gepriesen worden. Ihre Geschichte wurde in Dutzenden Magazinen und Zeitungsartikeln in aller Welt erzählt – inklusive großer Fotostrecken, die eine attraktive Frau mit Pilotenbrille, lässig getragenem Kopftuch und im eng anliegenden Fliegeroverall zeigten. „Schönste Pilotin der Welt“ oder „weibliche Top Gun“, schrieben einige Zeitungen.

Quelle: dpa

Schon als Kind habe sie Pilotin werden wollen, es sei ihr großer Traum gewesen, hat Niloofar Rahmani oft erzählt. Ihre Vorbilder seien zwei Hubschrauberpilotinnen, die es während der Sowjetzeit in Afghanistan gab. Die Eltern hätten sie unterstützt. Vor drei Jahren schloss sie schließlich ihre Ausbildung ab. Im vergangenen Jahr verlieh ihr das US-Außenministerium den „Mutige Frauen“-Preis. Michelle Obama hielt die Rede und sagte, Niloofar Rahimi fliege weiter, trotz der Drohungen der Taliban und aus ihrer Familie.

In den sozialen Medien wurde Rahmanis Motive emotional diskutiert. Die bekannte Frauenrechtlerin Waschma Frogh, die ein Jahr lang als Beraterin im Verteidigungsministerium gearbeitet hat, sagte, der Fall solle eine nationale Debatte über die Behandlung von Frauen in den Streitkräften auslösen. Der renommierte Journalist Bilal Sarwary sagte, das Land habe „diese Frau wie viele andere im Stich gelassen“. Von anderen wurde Rahmani angesichts des sich verschärfenden Krieges im Land entweder Deserteurin oder Feigling genannt.

Von RND/dpa

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