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Panorama „Satanist von Witten“ freigesprochen
Nachrichten Panorama „Satanist von Witten“ freigesprochen
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11:48 01.06.2017
Der „Satanist von Witten“ ist am Donnerstag freigesprochen worden. Quelle: dpa
Bochum

Im Prozess um ein mutmaßliches Mordkomplott ist ein als Satanist von Witten bekanntgewordener Mann freigesprochen worden. Dem 41-Jährigen war vorgeworfen worden, nach dem aufsehenerregenden Ritualmord im Sommer 2001 aus dem Gefängnis heraus die Ermordung seiner Ex-Frau geplant zu haben. Nach dem Freispruch ist mit seiner zeitnahen Entlassung zu rechnen.

Bei der Vernehmung der Hauptbelastungszeugin hatte es vor Gericht allerdings zahlreiche Ungereimtheiten gegeben. Sie wurde vom Gericht mehrfach auf Widersprüche hingewiesen und zur Wahrheit ermahnt. Die ehemalige Brieffreundin, die den Mord angeblich ausführen sollte, hatte den Beschuldigten im Jahr 2010 mehrfach im Gefängnis besucht. Es soll sogar Geld angeboten worden sein. Die 34-Jährige ging jedoch zur Polizei. Der Beschuldigte hält die Vorwürfe für grotesk. „Es gab keinen Mordauftrag“, hatte er den Richtern am Montag gesagt.

„Satanist von Witten“ ermordet Kollegen mit Hammerschlägen

Auch die Anklage hatte zuvor einen Freispruch gefordert. Der 41-Jährige sitzt noch wegen des 2001 begangenen Mordes in Haft. Das Gericht hatte die Urteilsverkündung am Mittwoch überraschend verschoben. Der Grund waren Verzögerungen bei den Zeugenvernehmungen.

Der Angeklagte wurde 2002 nach der Ermordung eines Kollegen mit 66 Hammerschlägen und Messerstichen zu 15 Jahren Haft verurteilt. Damals wurde er als Satanist bezeichnet. Wegen einer Persönlichkeitsstörung wurde er als vermindert schuldfähig eingestuft. Die Haftzeit ist noch nicht beendet, weil ein zwischenzeitlicher Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie nicht angerechnet wurde.

Von RND/dpa