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Panorama Ratten zerstören Tausende Bücher in Unibibliothek in Stuttgart
Nachrichten Panorama Ratten zerstören Tausende Bücher in Unibibliothek in Stuttgart
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17:32 02.10.2018
Ratten können hohe Schäden anrichten. Quelle: dpa
Stuttgart

Ratten haben Tausende Bücher in der Stuttgarter Universitätsbibliothek zerstört und einen Schaden von rund 200.000 Euro angerichtet. Fast 8000 Bücher seien betroffen, wie Universitätssprecher Hans-Herwig Geyer am Dienstag sagte: „Die Bücher waren verschmutzt und verkotet.“ Sie mussten entsorgt werden. Zuvor hatte die „Stuttgarter Zeitung“ darüber berichtet.

Die Nager seien von draußen über die Kanalisation ins Gebäude gelangt. Da die Kanalrohre und Leitungen altersbedingt stellenweise brüchig seien, hätten die Tiere sie an den Bruchstellen verlassen und sich so durch das Gebäude bewegen können.

Rattenproblem in Stuttgart

Geyer kritisierte in diesem Zusammenhang, dass es bislang keine Lösung für das Rattenproblem in Stuttgart gebe: „Das ist ja kein neues Thema. Wir haben im Stadtgarten schon seit Jahren Ratten.“ Die Lage werde durch den aufgeschütteten Sand in den Brunnen dort verschlimmert. Rücksichtslose Partygäste ließen Essensreste zurück – „das ist natürlich ideal für Ratten“.

„Dass es ein derart massives Problem gibt, war uns nicht bekannt“, erklärte ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage. Die Lage in Stuttgart sei vergleichbar mit anderen Großstädten. Der Park nahe der Unibibliothek sei zuvor schon besonders in den Blick genommen worden, einmal die Woche werde er gereinigt.

Gefahr für Universitätsbibliothek nicht gebannt

In der Unibibliothek wurden offene Stellen in den Rohren gedichtet, Kammerjäger legten giftige Köder aus, wie Geyer schildert: „Seit April haben wir keinen weiteren Befall festgestellt.“ Gleichzeitig mahnte er, das Problem sei keinesfalls gebannt. „Das Gebäude muss generalsaniert werden“, sagte er.

Etwa 200 Regalmeter umfassen die zerstörten Werke. Sie seien entsorgt und zeitnah ersetzt worden, so Geyer. Den Angaben zufolge handelt es sich um sozial-, wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Literatur aus den 1960er und 1980er Jahren.

Wertvollere Bücher verschont geblieben

„Das klingt bei einem Schaden von 200.000 Euro komisch, aber die Bücher sind verhältnismäßig günstig gewesen.“ Wie der Sprecher weiter ausführte, lagern in der Unibibliothek auch viel wertvollere Werke – „wir haben Bestände aus dem 18. Jahrhundert, Architekturzeichnungen im Original“.

Von RND/dpa