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Panorama Problem-Wels: Offenbach sucht neues Zuhause für gefräßigen Riesenfisch
Nachrichten Panorama Problem-Wels: Offenbach sucht neues Zuhause für gefräßigen Riesenfisch
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11:19 10.07.2018
Der Wels ist in Hessen nicht heimisch Quelle: dpa
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Offenbach

Dem Riesen-Wels von Offenbach geht das Futter aus. Seit einigen Tagen sorgt der 1,50 Meter lange Fisch für Ärger am Parkteich. Dort ist es ruhig geworden seit der Vielfraß seine Runden zieht. Lediglich eine Entenmutter und ihre artgeschützten Küken schwimmen noch nichts ahnend durch den Weiher, dem Hunger des Raubfisches ausgesetzt. Die übrigen Teichbewohner hat der gefräßige Wels in den letzten Monaten verspeist.

Nun sucht die Stadt Offenbach nach einem Berufsfischer, der das Tier aus dem leergefressenen Gewässer holt. „Es wird angestrebt, dass der Fisch lebend mitgenommen wird und in einem privaten Gewässer unterkommt“, sagte eine Stadtsprecherin. Ob sich das umsetzen lasse, sei aber noch nicht einzuschätzen. Der Weiher sei jedenfalls keine artgerechte Umgebung für den Wels.

Umsiedelung widerspricht dem Naturschutzrecht

Sollte keine private Unterkunft gefunden werden, sieht es schlecht aus für den Wels. „Es wird wohl auf die Tötung des Tiers hinauslaufen“, hatte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt zuvor vermutet.

Die Umsiedlung ist gar nicht so unproblematisch: In hessischen Gewässern gilt der Wels als nichtheimische Art. Ihn in ein anderes Gewässer auszusetzen, widerspreche daher dem Naturschutzrecht, hieß es bei der Stadt Offenbach. Nach EU-Recht, Wasserrahmenrichtlinien und Hessischer Fischereiverordnung dürfe er nicht in fließenden Gewässern wie dem Main ausgesetzt werden.

Zum Asyl für den als „Küken-Killer“ in Verruf geratenen Fisch könnten dagegen stehende private Gewässer werden, „die ständig gegen einen Fischwechsel in andere Gewässer gesperrt sind“.

„Schon immer einsam und hungrig“

Derzeit versteckt sich der Fisch wohl auf dem Grund des Weihers und ist von dort aus aktuell auch nicht mittels Elektro-Fischerei zu erreichen. Erstmals im vergangenen Jahr gesichtet, hat er die im Teich vorhandenen Fische mittlerweile aufgefressen. Auch einige der geschützten Entenküken soll der Wels verspeist haben.

Seine Herkunft ist unbekannt. Möglicherweise wurde der Fisch als Laich von einer Ente ins Gewässer gebracht und wuchs im Parkteich zu seiner stattlichen Größe heran. Artgenossen habe er nicht: „Er war schon immer einsam und hungrig“, sagte eine Stadtsprecherin.

Von RND/dpa

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