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Panorama Polizei geht von Autorennen aus
Nachrichten Panorama Polizei geht von Autorennen aus
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16:01 20.06.2017
Der Unfallort in Mönchengladbach ist zum Ort der Trauer geworden. Quelle: dpa
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Mönchengladbach

90 Stundenkilometer war er schnell. Dabei ist an der Stelle in Mönchengladbach, an der der Mann so raste und wo er einen Fußgänger erfasste, nur Tempo 40 erlaubt. Der 28-Jährige prallte mit mindestens 90 Stundenkilometern auf dem Tacho mit einen Fußgänger zusammen. Fast 40 Meter wurde das Opfer durch die Luft geschleudert, bis er unter einem geparkten Auto liegenblieb, erklärt der Leiter der Ermittlungskommission, Ingo Thiel, am Dienstag in Mönchengladbach.

Das Opfer starb den Angaben zufolge an schweren Schädelverletzungen. Schnell gingen am Freitagabend nach dem tödlichen Unfall in Mönchengladbach die Spekulationen los, es habe ein illegales Autorennen gegeben. Nun bestätigt auch die Polizei, dass dieses Szenario äußerst wahrscheinlich ist.

Thiel zeigte sich am Dienstag überzeugt, dass der mutmaßliche Unfallfahrer am späten Freitagabend mit zwei weiteren Männern um die Wette gefahren war: „Es handelt sich um ein mögliches Rennen“, sagte er. Es habe einen mehrfachen Fahrspurenwechsel gegeben und hohe Geschwindigkeiten. „Das sind für uns Merkmale eines Rennens.“

Der Verursacher sitzt in U-Haft

Die Ermittler werfen dem 28 Jahre alten Fahrer aus Schwalmtal vor, mit dem tödlichen Unfall bei dem illegalen Rennen einen Mord begangen zu haben. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Polizei hat eine fast 20-köpfige Ermittlungsgruppe gebildet, um den Fall rasch aufzuklären. Unter anderem müssen Zeugen gehört und Videofilme ausgewertet werden.

Der 28-Jährige hat den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen und das Auto als gemeingefährliches Mittel eingesetzt, davon ist Staatsanwalt Stefan Lingens überzeugt. Damit ist laut Lingens ein Mordmerkmal erfüllt. Diese Rechtsauffassung habe er schon vor dem Berliner Urteil vertreten, wo zwei Raser nach einem Rennen mit tödlichem Ausgang des Mordes schuldig gesprochen worden waren. Das habe nichts mit einer neuen Rechtsauffassung zu tun.

Die Fahrer trafen sich im Schnellimbiss

Ob sich die bis dahin unbescholtenen drei Tatverdächtigen kannten, wissen die Ermittler nicht. Bei dem Rennen saßen Verwandte, Bekannte oder in einem Fall die Verlobte mit im Auto. Die drei Fahrer waren vorher in einem Schnellimbiss. „Es wird eine Situation gegeben haben, wo der eine den anderen mit dem Auto schneidet und man sich non-verbal entscheidet: Jetzt geht’s los“, sagt Thiel. Auf der kurzen Fahrt zu der vierspurigen Unfallstraße hätten sich die Drei zu dem Rennen formiert und Gas gegeben.

Motoren heulten nach Erkenntnissen der Ermittler auf, es wurde gebremst und Gas gegeben, Spuren wurden gewechselt. Mit seinem älteren Bruder im Auto sei der Hauptbeschuldigte auf die Gegenfahrbahn gefahren und habe schließlich den Mann überfahren. Nur Sekunden vorher hatte laut Thiel ein anderer Fußgänger in dem Bereich die Straße überquert.

Gegen die 22 und 28 Jahre alten Mitbeschuldigten wird wegen Straßenverkehrsgefährdung ermittelt. Keiner der Beschuldigten äußerte sich den Angaben nach, ob sie sich zu dem Rennen verabredet hätten. Die Beifahrer schwiegen oder die Aussagen waren nutzlos.

Von RND/dpa

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