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Panorama Polizei-Großaufgebot sucht flüchtigen Maßregelpatienten
Nachrichten Panorama Polizei-Großaufgebot sucht flüchtigen Maßregelpatienten
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20:03 19.07.2018
Am Donnerstagnachmittag suchte die Polizei den entflohenen David S. im Brandenburger Stadtgebiet. Quelle: Rüdiger Boehme/Polizei Brandenburg
Brandenburg/H.

Über der Havelstadt kreist am Donnerstagnachmittag ein Polizeihubschrauber und fliegt systematisch das Stadtgebiet ab. Am Neustädtischen Markt und in der Altstadt gibt es verstärkten Polizeieinsatz, am Hauptbahnhof soll ein abfahrbereiter Zug durchsucht worden sein.

Erst am späten Nachmittag dreht der Polizeihubschrauber ab. Dafür wird jetzt ein speziell ausgebildeter Fährtenhund der Berliner Polizei eingesetzt, ein so genannter Mantrailer, der auch kleinste Spuren verfolgen kann.

Entflohener ist der Zug-Entführer von Nauen

Zunächst wollte Polizeisprecher Daniel Keip die Suchmaßnahmen nur bestätigen, verwies für weitere Informationen aber auf das zuständige Gesundheitsministerium in Potsdam. „Noch gibt es keinen Anlass für eine große Öffentlichkeitsfahndung“, sagte Keip am frühen Nachmittag.

Der Tatort-ICE in Nauen Quelle: Andreas Kaatz

Sechs Stunden nach Beginn der Flucht bestätigt die Polizei dann Informationen der MAZ, nach denen es sich bei dem Flüchtigen um David S. handelt. Also den jungen Mann, der Ende November 2014 bei einer Fahrkartenkontrolle im ICE nahe dem havelländischen Nauen durchgedreht ist, eine Schreckschusspistole zog und um sich schoss.

Er wurde überwältigt und der Schaffner zog die Notbremse. Er wurde schließlich wegen Terrorismusverdachts angeklagt und es wurde vor dem Berliner Landgericht verhandelt. Dann erfolgte die Unterbringung in der Psychiatrie.

Öffentliche Fahndung nach David S.

Die Polizei gibt derweil auch ein Bild des Entwichenen David S. zur Veröffentlichung frei. „Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe und Hinweise, bei der Suche nach einem 27-jährigen Insassen des Brandenburger Maßregelvollzuges.

Um 12.25 Uhr ging bei der Brandenburger Polizei die Meldung des Maßregelvollzugs ein, dass der 27-jährige während eines begleiteten Ausgangs im Bereich der Brandenburger Innenstadt (Sankt-Annen-Straße) entwichen ist“, sagt Polizeisprecher Heiko Schmidt. Die Polizei habe umfangreiche Suchmaßnahmen mit mehreren Streifenwagen, Kräften der Bereitschaftspolizei sowie einem Polizeihubschrauber und einem Suchhund eingeleitet.

Polizeihubschrauber über Brandenburg an der Havel Quelle: Ruediger BoehmeRuediger Boehme

Außerdem seien die Verkehrsbetriebe verständigt worden. Die Bundespolizei führe am Bahnhof in Brandenburg ebenfalls Suchmaßnahmen nach dem Mann durch.

Schon früh fand die Polizei den grünkariert-bunten Rucksack des Mannes, ein idealer Spurenträger. Mit Fährtenhund begann die Suche am Katharinenkirchplatz, über die kleine Gasse zur Steinstraße, von dort retour und zum Neustädtischen Markt, wo auch am frühen Nachmittag die Polizei noch ohne Hund nach dem Mann gesucht hat.

Auch mit Fährtenhunden der Berliner Polizei wurde nach dem Flüchtigen aus dem Maßregelvollzug in der Innenstadt gesucht. Quelle: Rüdiger Böhme

Wie gefährlich ist David S.?

Polizisten gingen derweil in verschiedene öffentliche Gebäude, fragen Mitarbeiter nach möglichen Ausgängen und beschreiben den Gesuchten grob: Er trage ein rotes T-Shirt, eine kurze weiße Hose und blaue Schuhe. Er führt eine schwarze Bauchtasche mit sich.

Er ist laut der Personenbeschreibung, die an Bus- und Straßenbahnfahrer ausgegeben wurde, 27 Jahre alt, 1,86 Meter groß und etwa 70 Kilogramm schwer. Er trägt einen Kinn- und Oberlippenbart.

Polizeisprecher Schmidt gibt auch eine Einschätzung zur Gefährlichkeit des Mannes: „Die bisherigen Ermittlungen ergaben keine Hinweise auf eine konkrete bzw. unmittelbar bevorstehende Gefährdung durch den Mann jedoch kann eine Fremdgefährdung im Sinne von Kurzschlusshandlungen nicht ausgeschlossen werden.“

Weil keine konkrete Gefährdung von David S. ausgehe, gab es wohl auch keinen so genannten Gefährdungszettel, der in der Patientenakte deponiert ist und sofort für Such- und Fahndungsmaßnahmen aktiviert werden kann. Deshalb soll auch die Personenbeschreibung mit einiger Verzögerung herausgegeben worden sein, ist zu hören.

Von André Wirsing/MAZ/RND

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