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Panorama Bushido geht gegen Phantombild vor
Nachrichten Panorama Bushido geht gegen Phantombild vor
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09:51 18.04.2017
Nach einem Raub in Buxtehude fahndet die Polizei Stade mit einem Phantombild nach dem Täter.   Quelle: dpa/Polizei
Berlin/Buxtehude

 Rapper Bushido wehrt sich gegen ein Phantombild, das ihm zum Verwechseln ähnlich sieht. Nach eigenen Angaben hat der Berliner Anzeige bei der Polizei erstattet. „Mich als Posterboy für einen in gebrochenem Deutsch Frauen ausraubenden Typ auszustellen, geht mit ein bisschen zu weit“, wird Bushido in der „Bild“ zitiert. Entsprechend will er gegen die Polizei und das LKA Niedersachsen wegen Verfolgung Unschuldiger, Beleidigung und Verleumdung vorgehen. Die Staatsanwaltschaft Stade soll die Anzeige bestätigt haben.

Konkret geht es um ein Phantombild, dass die Polizei in Stade Ende März veröffentlicht hatte. Darin wird nach einem Mann gefahndet, der eine 33-jährige Frau überfallen haben soll. Dabei fiel schnell auf, dass die Zeichnung dem Rapper Bushido – bis auf eine rote Baseball-Mütze – zum Verwechseln ähnlich sieht. Nach mehreren Medienberichten räumte das LKA Niedersachsen ein, dass ein Bushido-Foto als Grundlage für die Suche nach einem Räuber verwendet wurde.

LKA hält Vorgehen für „rechtlich zulässig“

Bushido hatte die Phantombild-Suche zunächst mit Humor genommen. Über den Online-Dienst Instagram bedankte er sich ironisch bei der Polizei für den Styling-Tipp. Wahrscheinlich werde er sich demnächst eine rote Kappe zulegen, meinte er damals.


Abzuwarten bleibt, inwiefern der Rapper, der mehrfach Ärger mit der Justiz hatte und unter anderem wegen Beleidigungen und Steuerhinterziehungen verurteilt wurde, mit seinem Vorgehen gegen die Polizei Erfolg hat. Ein LKA-Sprecher hatte nach dem Einräumen der Bushido-Vorlage für den Phantombildzeichner betont, dass das Vorgehen „rechtlich zulässig“ sei.

Nach dem echten Räuber aus Buxtehude sucht die Polizei übrigens immer noch.

Von zys/RND/dpa