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Panorama Maschinenschaden auf Ostsee-Fähre „Regina Seaways“
Nachrichten Panorama Maschinenschaden auf Ostsee-Fähre „Regina Seaways“
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20:49 02.10.2018
Die Fähre „Regina Seaways“ im Hafen (Symbolfoto). Quelle: Frank Behling
Vilnius

Zum Unglückszeitpunkt war die Fähre um 13 Uhr rund 60 Seemeilen westlich von Klaipeda. Das 199 Meter lange Fährschiff trieb nach der Havarie stundenlang manövrierunfähig auf der Ostsee.

„Es hat an Bord einen Schaden im Maschinenraum gegeben. Dabei wurde durch Rauch Feueralarm ausgelöst“, sagt Gert Jakobsen, Sprecher der dänischen Reederei DFDS Seaways. Passagiere berichten von einem Knall und einer Erschütterung. Möglicherweise ist es an einem der beiden großen Wärtsilä-Motoren zu einer Verpuffung oder einem mechanischen Schaden gekommen. Durch die Rauchwolke wurde im Maschinenraum die Feuerlöschanlage ausgelöst. „Ein Feuer hat es aber nicht gegeben. Was genau dort passiert ist, muss nach der Ankunft in Klaipeda noch untersucht werden“, so Jakobsen.

Jugendorchester an Bord

Zum Unglückszeitpunkt war die Fähre mit 294 Passagieren und 41 Besatzungsmitgliedern mitten im zentralen Bereich der Ostsee nördlich der polnischen Küste bei Wladyslawowo. Die russische Seenotzentrale in Kaliningrad übernahm die Koordinierung. Alle Passagiere mussten sich zur Überprüfung auf den Sammelplätzen an Bord einfinden. Die Passagiere sind bunt gemischt. Lastwagenfahrer, Urlauber, Geschäftsreisende und ein Jugendorchester aus dem Saarland.

Den Notruf hört die Fregatte „Hessen“ der deutschen Marine, die sich bei einem Manöver in dem Seeraum aufhält. Die Fregatte ist kurze Zeit später bei der „Regina Seaways“ und bietet Feuerlöschtrupps, Atemschutzgeräte und zwei Bordhubschrauber für mögliche Hilfsmaßnahmen an. Die Fährschiffsbesatzung hat zu dem Zeitpunkt die Lage im Maschinenraum wieder unter Kontrolle. Gegen 16 Uhr dann die gute Nachricht: „Der Besatzung ist es mit Bordmitteln gelungen, den Antrieb wieder zu starten. So kann die Fähre aus eigener Kraft nach Klaipeda fahren“, sagt Jakobsen.

In Klaipeda werden Schäden begutachtet

Gegen 22 Uhr macht das Schiff in Klaipeda am Fährterminal fest. Dort werden nun die Schäden im Maschinenraum begutachtet. Wann die Fähre wieder in den Linienverkehr zurückkehrt, steht noch nicht fest. Die Reederei startete bereits am Dienstagabend Maßnahmen für wartende Passagiere und Trailer in Klaipeda. Hotels werden gebucht, alternative Fährüberfahrten reserviert und auch Verpflegung bereitgestellt.

Die Abfahrten der beiden Kiel-Klaipeda-Fähren „Regina Seaways“ und „Victoria Seaways“ sind in den Herbstferien fast immer ausgebucht. Noch ist auch unklar, was mit den Passagieren und Lastwagen passiert, die am Donnerstag mit der „Regina Seaways“ von Kiel nach Klaipeda fahren wollen. Vorerst steht Passagieren nur die „Victoria Seaways“ als Fähre zur Verfügung.

Rückblick: „Lisco Gloria“ brannte auf der Strecke Kiel-Klaipeda

Der Vorfall ließ Erinnerungen an den 9. Oktober 2009 wach werden. Damals geriet bei Fehmarn die Fähre „Lisco Gloria“ in Brand. Auf dem Fahrzeugdeck breitete sich ein Brand aus, der erst nach Wochen gelöscht werden konnte. Die „Lisco Gloria“ war ebenfalls auf dem Weg von Kiel nach Klaipeda. Alle 204 Passagiere und 32 Besatzungsmitglieder konnten damals rechtzeitig mit Hubschraubern, Seenotrettern und einem Polizeiboot gerettet werden.

Von Frank Behling

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