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Panorama Oktoberfest-Polizei rüstet auf
Nachrichten Panorama Oktoberfest-Polizei rüstet auf
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21:02 13.09.2016
Feuchtfröhliche Party: Zum Oktoberfest gehören Bier und Dirndl, in den vergangenen Jahren aber auch leider sexuelle Übergriffe und Taschendiebstahl. Quelle: Foto: dpa
München

Tatort: der berüchtigte Hügel hinter den Zelten. Dort landen etliche, die zu viel starkes Oktoberfestbier getrunken haben. Ihre Wehrlosigkeit lockt Täter an – von Taschendieben über Spanner bis zu Sexualtätern.

Im Gedränge des Fests, bierselig und vermeintlich anonym in der Masse, fühlen sich Kriminelle sicher. Doch die Polizei ist auf dem Oktoberfest präsent wie an kaum einem anderen Ort. Bis zu 600 Beamte werden dieses Jahr auf dem Volksfest unterwegs sein. Das gesamte rund 30 Hektar große Gelände – samt dunklem Hügel – wird mit Videokameras überwacht. Teilweise sehen die Beamten daher rechtzeitig, was sich anbahnt. Manchen Sexualtäter umringten Beamte in der Vergangenheit bereits, als er sich noch an sein Opfer heranmachte.

26 Sexualdelikte rund um die Wiesn wurden im vergangenen Jahr angezeigt, 2014 waren es 23, davor 32. „Vor dem Hintergrund der Vielzahl der Besucher ist das ein sehr niedriger Wert“, behauptet der Polizeisprecher. Es herrsche gute Stimmung, und angesichts der großen Menge an Bier – etwa sieben Millionen Maß werden während des Festes ausgeschenkt – sei es eine „geringe Zahl“. Dennoch sei jede Tat eine zu viel.

Die Wiesn sei grundsätzlich ein „rauschhaftes Fest“ mit archaischen Riten und erzeuge bei den Teilnehmern eine Art Trance, erläuterte die Psychologin Brigitte Veiz. Im Ausland prägen Bilder draller Mädchen im Dirndl, Herzchen und sich küssende Paare das Image des Festes als Flirt- und Kontaktbörse. Tatsächlich werden auch dauerhafte Bande auf der Wiesn geknüpft. Aber es werden auch Grenzen übertreten.

Seit 2003 finden Frauen Hilfe bei der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“. Mitorganisatorin Kristina Gottlöber vermutet bei den Sexualtaten eine hohe Dunkelziffer. Rund 200 Frauen wandten sich 2015 an die Aktion „Sichere Wiesn“. Manche seien verwirrt, hätten ihre Gruppe verloren oder ihr Hotel vergessen, sagt Mitorganisatorin Gottlöber. Gerade dann würden sie leicht Opfer. „Täter gucken sehr gezielt und sprechen Frauen an, die aufgelöst wirken.“ In den Zelten wiederum heize die ausgelassene Stimmung mögliche Täter an. „Es ist eine besonders freizügige Atmosphäre, die suggeriert: Hier ist alles erlaubt“, sagt Gottlöber. Aber: „Selbst wenn ich mich im Zelt ausziehe, darf mich niemand vergewaltigen.“ Die Schuld trage stets der Täter.

Von Sabine Dobel

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