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Panorama Offene Fragen und Polit-Debatte nach Tod von Einjährigem
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17:44 21.12.2015
Ein zwölf Monate alter Junge aus Hamburg ist eine Woche nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. Quelle: Daniel Bockwoldt
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Hamburg

Zwei Tage nach dem tragischen Tod des einjährigen Tayler in Hamburg gibt es mehr offene Fragen als Antworten. Vermutlich starb der Junge, weil er zuvor geschüttelt wurde.

Das Ergebnis der Obduktion vom Sonntag liege aber noch nicht vor, sagte Oberstaatsanwalt Carsten Rinio der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Untersuchungen liefen noch. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei, konnte Rinio nicht sagen. Unterdessen begann die politische Debatte über die Frage, warum der Junge trotz Aufsicht durch das Jugendamt wohl gewaltsam ums Leben kam.

Eine Woche hatten die Ärzte im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) um das Leben des Kindes gekämpft, am Samstag starb es. Ermittelt wird laut Rinio gegen die 22 Jahre alte Mutter des Kindes und ihren 26 Jahre alten Lebensgefährten, der nicht der Vater ist. Beide sind auf freiem Fuß. Der Mann befinde sich derzeit auf einer Urlaubsreise in Spanien und werde zu Jahresbeginn zurückerwartet.

Das Bezirksamt Altona und das UKE wollten sich am Montag nicht zu dem Fall äußern und verwiesen auf laufende Ermittlungen. Tayler war im August mit einem Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus gebracht worden. Der Junge kam dann in eine Pflegefamilie. Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) und andere Kinderexperten berieten über den Fall.

Der Verdacht auf Körperverletzung ließ sich damals nicht erhärten. Die Mutter habe angegeben, sie sei mit dem Baby im Arm vom Trampolin gefallen, hieß es in Medienberichten. Eine Anzeige wurde damals nicht erstattet, die Staatsanwaltschaft sei nicht informiert worden, sagte Rinio. Erst seit dem 14. Dezember sei ein Ermittlungsverfahren anhängig.

Im Oktober kam das Kind zurück zur Familie. Am 12. Dezember wurde Tayler dann ins UKE eingeliefert. Einen Tag zuvor soll eine sozialpädagogische Betreuerin blaue Flecken bei dem Jungen festgestellt haben. Sie habe aber nicht andere Stellen wie das Jugendamt oder das Kinderkompetenzzentrum des UKE informiert, berichteten mehrere Medien übereinstimmend.

Unterdessen hat die politische Debatte begonnen. Die FDP in der Bürgerschaft unterstützt den Antrag der CDU-Fraktion, den Fall im Familienausschuss zu behandeln. Es müsse zum Beispiel geklärt werden, ob die Regeln für die Rückgabe von Kindern aus Pflegefamilien an die leiblichen Eltern noch zu weich seien, forderte Daniel Oetzel, familienpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion.

dpa

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